Wirtschaft

Studie: China deklassiert Europa in der Wasserstoff-Industrie

  • dts - 24. Mai 2024, 13:00 Uhr
Bild vergrößern: Studie: China deklassiert Europa in der Wasserstoff-Industrie
Wasserstoff-Tankstelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Boston (dts Nachrichtenagentur) - Die europäische Wasserstoffindustrie droht den Wettlauf mit China zu verlieren. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG), über die der "Spiegel" berichtet, hat die Volksrepublik die EU bei vier von fünf Schlüsselelementen überholt, die für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche ausschlaggebend sind.

Demnach sind die europäischen Hersteller von Elektrolyseanlagen und Brennstoffzellen zwar noch immer technologisch führend, doch holen ihre chinesischen Konkurrenten rasant auf. Seit 2015 haben sie die Zahl ihrer Patente um mehr als 40 Prozent erhöht. Zugleich fördert die Volksrepublik die Industrie durch den beschleunigten Ausbau der Infrastruktur, etwa von Wasserstofftankstellen. Damit folge die Regierung ihrem industriepolitischen Prinzip, das Wachstum eines Wirtschaftszweigs durch staatliche Investitionen anzuregen, so die Studie. In der EU werde die Wasserstoffbranche dagegen durch "unklare und inkonsistente regulatorische Rahmenbedingungen" sowie "die Verzögerung von Projekten" gebremst.

Die chinesische Industrie könne ihre Geräte derzeit um bis zu 80 Prozent günstiger anbieten. Der Markt hat aktuell ein Volumen von rund 25 Milliarden Dollar. "Europa droht nach der Solar- und Batterietechnologie eine weitere aussichtsreiche grüne Industrie an China zu verlieren", warnt BCG-Partner Sebastian Schrapp. Die EU fördere die Wasserstofftechnik zwar in ähnlicher Höhe, doch seien Europas Subventionsprogramme "zu komplex und zu bürokratisch".

Weitere Meldungen

Fehlerhafte Werte zu Nord Stream 2: Bundesnetzagentur verhängt Bußgeld

Die Bundesnetzagentur hat im Zusammenhang mit der umstrittenen deutsch-russischen Gasleitung Nord Stream 2 ein Bußgeld von 75.000 Euro gegen den Pipeline-Betreiber Gascade

Mehr
Gut 1000 Hafen-Beschäftigte streiken in Hamburg - Tarifpartner verhandeln

In Hamburg haben Beschäftigte verschiedener Seehäfen in Deutschland für höhere Löhne demonstriert und ihre Arbeit niedergelegt. Zur zentralen Kundgebung in der Hansestadt am

Mehr
Tui setzt Hoffnungen auf Tourismus in Afrika

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Reisekonzern Tui setzt für den Ausbau seines Hotelportfolios auf Ziele in Afrika. "Im Tourismus sind für mehrere Regionen Afrikas die Chancen

Mehr

Top Meldungen

Am Wochenende legt der Verkehr zu


Mit dem kalendarischen Sommerbeginn und dem Auftakt der Schulferien in fünf Bundesländern startet am kommenden Wochenende die heiße Reisephase. Entsprechend voll wird es

Mehr
Sieben Prozent mehr Lohn und "soziale Komponente": IG Metall stellt Tarifforderung vor

Die mitgliederstärkste deutsche Gewerkschaft, die IG Metall, will bei der anstehenden Tarifrunde sieben Prozent mehr Lohn für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Elektro- und

Mehr
BDA und Ministerpräsident Kretschmer sehen "Grundfeste des Wohlstands" in Gefahr

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) haben die Bundesregierung insbesondere im Bereich der Wirtschaft zu Reformen

Mehr