Wirtschaft

Innenministerin will Einwanderung auch von geringer Qualifizierten

  • dts - 23. September 2022, 13:29 Uhr
Bild vergrößern: Innenministerin will Einwanderung auch von geringer Qualifizierten
Schutzhelme
dts

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Innenministerin Nancy Faeser (SPD) will auch geringer qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland die Einwanderung erleichtern. Dass diese Menschen nach Deutschland kommen, sei "in unserem ureigenen Interesse", sagte Faeser der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

"Wir brauchen nicht nur Fachkräfte. Wir müssen auch geringer Qualifizierten vorübergehend die Beschäftigung in Deutschland erlauben. In Hotels und Restaurants haben wir zum Beispiel enorme Personalengpässe. Wichtig ist allerdings, dass die Arbeitskräfte nicht unter Tarif beschäftigt werden und kein Lohndumping entsteht. Die Arbeitsbedingungen müssen stimmen. Darauf bestehen wir."

Dass sich der Personalmangel allein durch Lohnerhöhungen beheben lässt, glaubt Faeser nicht. "Ich rede dazu auch mit den Gewerkschaften und erlebe große Einigkeit", sagte sie der FAS. "Denn wenn wir gar nicht genügend Arbeitskräfte haben, dann funktioniert das allein nicht. Dann würden zum Beispiel bei den Hotels die Großbetriebe vielleicht noch Personal finden, die kleineren müssten schließen. Damit ist niemandem geholfen. Deshalb ist Einwanderung auch aus sozialen Gründen geboten."

Im Ausland will Faeser stärker für Deutschland als Einwanderungsland werben. Es sei klar, dass wir "hier im internationalen Wettbewerb stehen". Außerdem soll es Qualifizierungsangebote vor Ort geben: "Als Regierung arbeiten wir gerade gemeinsam an einer Strategie, wie wir gezielter um Arbeitskräfte werben können." Faeser zufolge ist neben der Reform des Einwanderungsrechts auch "ein neues Mindset bei den Ausländerbehörden" wichtig. "Wir brauchen eine Willkommenskultur für Menschen, die bei uns arbeiten wollen. Da haben wir noch viel zu tun", sagte sie der FAS. Mangelnde Deutschkenntnisse von Einwanderern sieht Faeser hingegen nicht als Problem: "Wir schreiben niemandem vor, wie er in einem privaten Unternehmen kommunizieren soll. An der Amtssprache will niemand etwas ändern, aber die Realitäten in international aufgestellten Unternehmen müssen wir doch zur Kenntnis nehmen." Dass Familienangehörige von Fachkräften bisher Deutschkenntnisse nachweisen mussten, hält die Ministerin für "völlig übertrieben", es halte qualifizierte Leute ab.

Weitere Meldungen

Energie-Verband fordert einfache Gestaltung der "Entlastungen"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Chefin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae, warnt die Bundesregierung vor einer komplizierten

Mehr
Bauministerin plant Milliardenprogramm zur Eigentumsförderung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) will künftig stärker Familien mit kleinen und mittleren Einkommen beim Erwerb von Wohneigentum fördern.

Mehr
345 Euro Heizkostenpauschale für Bafög-Empfänger und Azubis geplant

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung will Bafög-Empfänger und Azubis mit einer neuen Heizkostenpauschale in Höhe von 345 Euro unterstützen. "Die steigenden

Mehr

Top Meldungen

Grünen-Chefin Lang verteidigt Verschiebung des Atomausstiegs

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Grünen-Chefin Ricarda Lang verteidigt die Verschiebung des Atomausstiegs. "Die Meiler in Frankreich werden wohl auch im Winter viel weniger als

Mehr
Bericht: CIA warnte Bundesregierung vor Anschlag auf Pipelines

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der US-Auslandsgeheimdienst CIA soll die Bundesregierung bereits im Sommer vor einem Anschlag auf Ostsee-Pipelines gewarnt haben. Das berichtete

Mehr
Bericht: Vonovia verdoppelt Mieter-Abschläge für Heizkosten

Bochum (dts Nachrichtenagentur) - Wegen der immer weiter steigenden Energiepreise verdoppelt der Bochumer Wohnungskonzern Vonovia nun offenbar auch die monatlichen Abschläge für

Mehr