Brennpunkte

Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell festgenommen und angeklagt

  • AFP - 2. Juli 2020, 18:46 Uhr
Bild vergrößern: Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell festgenommen und angeklagt
Ghislaine Maxwell
Bild: AFP

Spektakuläre Entwicklung im Fall des verstorbenen US-Sexualstraftäters Epstein: Die Ex-Freundin und langjährige Vertraute des Multimillionärs, Ghislaine Maxwell, ist festgenommen und angeklagt worden. Die US-Justiz wirft ihr vor, minderjährige Mädchen für Epstein rekrutiert zu haben.

Spektakuläre Entwicklung im Fall des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein: Die Ex-Freundin und langjährige Vertraute des Multimillionärs, Ghislaine Maxwell, ist am Donnerstag festgenommen und angeklagt worden. Die Bundesanwaltschaft in Manhattan wirft der 58-Jährigen vor, minderjährige Mädchen für Epstein rekrutiert zu haben. Laut der Anklageschrift war Maxwell wiederholt auch anwesend, wenn der Investmentbanker sich an seinen Opfern verging.

Die Tochter des verstorbenen britischen Medienmoguls Robert Maxwell wurde am Donnerstag in Bradford im US-Ostküstenstaat New Hampshire festgenommen. Die Festnahme verlief nach Angaben einer Sprecherin der Bundespolizei FBI "ohne Zwischenfall". Über den Aufenthaltsort von Epsteins Ex-Freundin war immer wieder spekuliert worden.

Die Bundesanwaltschaft in Manhattan wirft Maxwell laut Anklageschrift vor, zwischen 1994 und 1997 Minderjährige im Alter von teilweise nur 14 Jahren für Epstein rekrutiert zu haben. Sie baute demnach Beziehungen zu den Mädchen auf, ging mit ihnen einkaufen und ins Kino. Später überzeugte sie die Mädchen, Epstein nackt zu massieren, woraufhin sie von dem Millionär missbraucht wurden.

"In manchen Fällen war Maxwell beim sexuellen Missbrauch eines minderjährigen Opfers anwesend und beteiligte sich", heißt es in der Anklageschrift. Tatorte waren demnach Epsteins Anwesen in New York, Palm Beach im Bundesstaat Florida, Santa Fe im Bundesstaat New Mexico sowie Maxwells Haus in London. In der Anklageschrift werden drei Opfer aufgeführt, aber nicht namentlich genannt.

Formal wurden sechs Anklagepunkte gegen Maxwell erhoben. Dabei geht es um "Verführung" Minderjähriger zu Reisen für "illegale sexuelle Aktivitäten" und den Transport Minderjähriger für eine "kriminelle sexuelle Handlung". Die Staatsanwaltschaft wirft Maxwell zudem vor, 2016 zwei Mal unter Eid gelogen zu haben. Bei einer Verurteilung droht Maxwell lebenslange Haft.

Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der Investmentbanker wurde im Juli 2019 festgenommen und im August tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan gefunden. Nach Angaben des US-Justizministeriums nahm der 66-Jährige sich das Leben.

Bei einer Verurteilung hätten dem Multimillionär, der gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten hatte, bis zu 45 Jahre Haft gedroht. Epstein war bereits 2008 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt und seitdem als Sexualverbrecher geführt worden.

Der Fall hat auch nach Epsteins Tod für viele Schlagzeilen gesorgt. Im Fokus der Ermittler steht unter anderem der britische Prinz Andrew. Dem mit Maxwell und Epstein befreundeten Prinzen wird vorgeworfen, 2001 Sex mit einer damals 17-Jährigen gehabt zu haben, die von Epstein dazu gezwungen worden sein soll. Der 60-jährige Royal bestreitet die Vorwürfe.

Zwischen ihm und der Bundesanwaltschaft in Manhattan tobt ein heftiger Streit: Die US-Justiz bezeichnet den Prinzen als unkooperativ, während dessen Anwälte erklären, er habe wiederholt seine Unterstützung angeboten. Am Donnerstag betonte die Staatsanwaltschaft, sie würde eine Aussage des Prinzen "begrüßen".

Weitere Meldungen

Proteste im Libanon eskalieren - Neuwahlen angekündigt

Beirut - Vier Tage nach der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut eskaliert die Lage im Libanon. Ministerpräsident Hassan Diab kündigte am Samstag an, Neuwahlen herbeiführen

Mehr
Libanons Regierungschef Diab kündigt vorgezogene Neuwahlen an

Angesichts der regierungskritischen Proteste nach der Explosionskatastrophe von Beirut hat der libanesische Regierungschef Hassan Diab vorgezogene Neuwahlen angekündigt. Nur so

Mehr
Wahlkampfleiterin von Oppositionskandidatin in Belarus erneut festgenommen

Einen Tag vor der Präsidentschaftswahl in Belarus ist die Wahlkampfleiterin der Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja erneut festgenommen worden. Maria Moros werde

Mehr

Top Meldungen

SPD-Chef fordert Klimazoll

Berlin - SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat sich für eine CO2-Grenzausgleichsteuer ausgesprochen. Die Steuer, die wie ein Klimazoll Geld für klimaschädlich produzierte Produkte

Mehr
Streit um Sachbezugskarten entbrannt

Berlin - Um ein beliebtes Instrument, mit dem Arbeigeber ihre Beschäftigten steuerfrei belohnen können, ist neuer Streit entbrannt. Das berichtet der "Spiegel" in seiner neuen

Mehr
Justizministerin will Pflicht zum Insolvenzantrag noch bis März 2021 aussetzen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will durch die Corona-Krise überschuldete Unternehmen noch bis März 2021 von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreien. Damit

Mehr