Politik

Erste Corona-Intensivpatienten aus Sachsen werden verlegt

  • AFP - 25. November 2021, 15:51 Uhr
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Corona-Intensivstation in Stuttgart
Bild: AFP

In den besonders stark von der vierten Corona-Welle betroffenen Bundesländern läuft die Verlegung von Patienten an. In Sachsen waren am Donnerstag die ersten Patientenverlegungen geplant. Auch in Thüringen und Bayern laufen die Vorbereitungen.

In den besonders stark von der vierten Corona-Welle betroffenen Bundesländern läuft die Verlegung von Patienten an. In Sachsen waren am Donnerstag die ersten Patientenverlegungen in andere Bundesländer geplant, wie Landesgesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) in Dresden sagte. Auch in Thüringen und Bayern liefen die Vorbereitungen. Die norddeutschen Bundesländer wollen in den kommenden Tagen laut niedersächsischem Innenministerium zunächst zehn Corona-Patienten aus Ostdeutschland aufnehmen.

Hintergrund ist das sogenannte Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten. Bayern und weitere Bundesländer hatten vor dem Hintergrund der steigenden Auslastung der Intensivstationen am Dienstag offiziell das Konzept aktiviert. In diesen Tagen soll daher eine größere Zahl von Patienten aus Bayern, Thüringen, Sachsen, Berlin und Brandenburg in andere Regionen verlegt werden.

Köpping zufolge meldete Sachsen bereits 16 Patienten für die Verlegung an, davon seien zehn sofort für die Verlegung geeignet. Für die kommenden Wochen seien weitere 20 Verlegungen pro Woche aus Sachsen angemeldet worden. Jetzt müsse das Bundes-Kleeblatt geeignete Kliniken finden. Köpping zufolge gibt es auch Angebote aus dem Ausland, unter anderem aus Italien und Portugal, Corona-Patienten aufzunehmen. Diese Entscheidung obliege aber dem Bund.

Auch Thüringen bereitet nach Regierungsangaben die Verlegung von 14 Intensivpatienten nach Norddeutschland vor. In Bayern wird Medienberichten zufolge die Verlegung von etwa 50 Patienten vorbereitet. Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums gibt es in einzelnen Regionen, insbesondere in Oberbayern, Niederbayern und Schwaben bereits eine "flächendeckende Überlastung" der Kliniken. Auch in den übrigen Regierungsbezirken seien die Kapazitäten am Limit.

Das Verlegungskonzept wurde in der Corona-Pandemie entwickelt, um bei einer hohen regionalen Auslastung der Intensivstationen die Verteilung von Patienten zu erleichtern. Die 16 Bundesländer sind dabei in fünf Gruppen aufgeteilt - die Kleeblätter Nord, Ost, Süd, Südwest und West. Die Länder Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg gehören zum Kleeblatt Ost, Bayern bildet das Kleeblatt Süd.

Im Osten und Süden Deutschlands sind die Sieben-Tage-Inzidenzen bei den Corona-Infektionen derzeit besonders hoch. In Sachsen liegt die Inzidenz aktuell bei knapp 1075 und damit bundesweit am höchsten. Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Niedersachsen werden die Verlegung von zunächst zehn Intensivpatienten aus Ostdeutschland organisieren, wie das niedersächsische Innenministerium am Donnerstag in Hannover mitteilte. 

"Es war wichtig, dass wir die Möglichkeit der Verlegungen von auf Intensivbetreuung angewiesenen Patienten schon zu Beginn der Pandemie mit initiiert haben", erklärte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD). Damit würden die besonders stark von der Pandemie betroffenen Bundesländer unterstützt. Pistorius appellierte noch einmal eindringlich an alle, sich impfen zu lassen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklärte, ohne Zweifel seien die Intensivstationen in Bayern, Sachsen und Thüringen am stärksten mit Covid-19-Patienten belastet. "Jedoch haben alle intensiv Versorgten den Anspruch auf optimale medizinisch-pflegerische Therapie", erklärte Vorstand Eugen Brysch. Das Kleeblatt-System müsse daher überprüft werden. Die Verlegung dürfe nicht nur auf Covid-19-Erkrankte beschränkt sein.

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