Wirtschaft

GdL-Chef Weselsky erwartet längeren Bahn-Streik nach 9. August

  • AFP - 1. August 2021, 09:38 Uhr
Bild vergrößern: GdL-Chef Weselsky erwartet längeren Bahn-Streik nach 9. August
Logo der Deutschen Bahn
Bild: AFP

Im Tarifstreit zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn rechnet GdL-Chef Claus Weselsky mit einem längeren Streik nach dem 9. August. An diesem Tag soll das Ergebnis einer Urabstimmung der GDL-Mitglieder bekanntgegeben werden.

Im Tarifstreit zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn rechnet GdL-Chef Claus Weselsky mit einem längeren Streik nach dem 9. August. An diesem Tag soll das Ergebnis einer Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder bekanntgegeben werden. "Die Mitarbeiter sind wütend und frustriert", begründete Weselsky in der "Bild am Sonntag" seine Prognose eines klaren Votums für einen Arbeitskampf. Die Deutsche Bahn forderte die GDL dagegen zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.

"Gemessen an der Stimmung in der Belegschaft könnte der Streik gar nicht lange genug dauern", sagte Weselsky weiter. "Die DB hat bisher kein Interesse an einer gütlichen Lösung und verfolgt stattdessen die altbekannte Taktik Tarnen, Tricksen, Täuschen", warf er dem Unternehmen vor. Er kritisierte, dass die Deutsche Bahn ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern "weder einen Inflationsausgleich noch eine Corona-Prämie zugesteht, während sich die Führungskräfte weiterhin die Taschen füllen". 

Die Deutsche Bahn wies die Vorwürfe zurück. "Die  GDL-Spitze war bisher nicht bereit, über unsere Angebote zu verhandeln. Alles was kam, waren Verweigerung und Streikdrohungen", erklärte eine Unternehmenssprecherin. Sie warf Weselsky vor, bei ihm stünden "Machtinteressen im Vordergrund". Wer dagegen Lösungen wolle, der "kommt an den Verhandlungstisch". 

Weselsky sicherte allerdings auch eine gewisse Mäßigung zu. "Wir wollen das System weder dauerhaft lahmlegen noch schädigen. Wir sind immer gesprächsbereit", sagte er der BamS". Die DB-Sprecherin äußerte daran allerdings Zweifel. "Wenn Herr Weselsky es nun wirklich ernst meint mit seiner Gesprächsbereitschaft, dann braucht es auch keine Urabstimmung". gab sie zu bedenken. Sie betonte, eine "starke Schiene" sei auch im Interesse der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner.

Weitere Meldungen

Daimler: Lieferverzögerungen durch Chipmangel von über einem Jahr

Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Mercedes-Kunden müssen auf ein neues Auto teilweise schon mehr als ein Jahr warten. "Ja, die Nachfrage ist bei Mercedes-Benz enorm und

Mehr
Tarifverhandlungen für private Banken in dritter Runde abgebrochen

Die dritte Runde in den Tarifverhandlungen für die privaten Banken ist am Freitag nach nur einer Stunde abgebrochen worden. Die Arbeitgeberseite zeigte sich überrascht: Die

Mehr
Schwarzarbeit boomt in der Pandemie

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Trotz der Coronakrise hat 2020 die Schwarzarbeit geboomt. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums (BMF) auf eine Anfrage der

Mehr

Top Meldungen

IWF mahnt Australiens Politik zum Eingreifen auf überhitztem Immobilienmarkt

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Australiens Regierung zum Eingreifen auf dem überhitzten Immobilienmarkt gedrängt und eindringlich vor einer Blase gewarnt. Die rasant

Mehr
China erklärt sämtliche Finanztransaktionen mit Kryptowährung für illegal

Die chinesische Zentralbank hat sämtliche Finanztransaktionen unter Beteiligung von Kryptowährungen für illegal erklärt. Geschäfte im Zusammenhang mit digitalen Währungen seien

Mehr
Tourismusbeauftragter erwartet Reise-Neustart durch Impfungen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), sieht Impfungen als Chance für einen Neustart des Tourismus nach der

Mehr