Gesundheit

Was Sie über Wadenkrämpfe wissen sollten

  • Ralf Loweg/mp - 14. Februar 2020, 15:28 Uhr
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mp Groß-Gerau - Häufige Wadenschmerzen können ein Anzeichen für eine Durchblutungsstörung sein. Skeeze / pixabay.com

Muskelschmerzen, die bei längerer Laufstrecke oder während des Treppensteigens wiederholt in Waden, Oberschenkeln oder der Gesäßregion einsetzen, sind das häufigste Frühwarnzeichen für eine beginnende periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), die sogenannte 'Schaufensterkrankheit'.


Muskelschmerzen, die bei längerer Laufstrecke oder während des Treppensteigens wiederholt in Waden, Oberschenkeln oder der Gesäßregion einsetzen, sind das häufigste Frühwarnzeichen für eine beginnende periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), die sogenannte "Schaufensterkrankheit". Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG) hin. "Viele denken dann zunächst an einen Muskelkrampf aufgrund eines Magnesium-Mangels", betont DGG-Präsident Professor Dr. med. Dittmar Böckler. Der Gefäßexperte erläutert, wie man die Durchblutungsstörung von Gelenk- oder Bandscheibenschäden unterscheidet und richtig diagnostiziert.

Ursache der Schaufensterkrankheit ist eine Verengung der Gefäße, die das Bein mit Blut versorgen. Der Engpass führt bei körperlicher Belastung zu einem Sauerstoffmangel in der Muskulatur, der sich wie ein Muskelkrampf oder Muskelkater anfühlt und die Betroffenen zum Stehenbleiben zwingt - so, als wollten sie die Auslagen in Schaufenstern betrachten. "Typischerweise zieht der Schmerz von unten nach oben, also von der Wade in den Oberschenkel", erläutert Böckler. "Er setzt erst nach längerer Laufstrecke von etwa 200 Metern ein und hört auf, wenn man stehen bleibt - ein Phänomen, das sich wiederholt."

Beinschmerzen können aber auch von den Bandscheiben herrühren, einem "Hexenschuss". Dies äußert sich wieder anders. "Handelt es sich um einen eingeklemmten Ischiasnerv, zieht der Schmerz typischerweise von oben aus dem Gesäß heraus nach unten ins Bein", so Böckler.

Besonders gefährdet sind Männer, Personen ab 60 Jahren, aktive oder ehemalige Raucher sowie Personen mit Diabetes, Übergewicht oder Bluthochdruck. "Weitere Warnzeichen für eine für arterielle Durchblutungsstörung der Beine sind kalte, pelzige Füße und hartnäckige kleine Wunden an Fuß oder Unterschenkel, die nach drei bis vier Wochen nicht abgeheilt sind", betont der DGG-Präsident.

Wer solche Symptome an sich feststellt, sollte seinen Hausarzt darauf ansprechen. "Er wird zunächst die Pulse an Leiste, Kniekehle und Fuß tasten, um die Durchblutung körperlich zu untersuchen", so Böckler. Darauf folgt die wichtigste Technik zur Früherkennung: eine Doppler-Druckmessung mit Ultraschall an Arterien an Arm und Fußknöchel, die den Knöchel-Arm-Index oder englisch Ankle-Brachial-Index (ABI) bestimmt. "Diese Untersuchung ähnelt einer Blutdruckmessung mit zusätzlichem Ultraschall", erläutert Böckler.

Der ABI-Index gibt an, wie stark Gefäßablagerungen die Blutzirkulation behindern, und liegt bei gesunden Menschen zwischen 0,9 bis 1,3. Bei einem ABI-Wert unter 0,9 ist der Patient an pAVK erkrankt.

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