Brennpunkte

Britische Regierung bestellt nach Tanker-Beschlagnahme Irans Geschäftsträger ein

  • AFP - 20. Juli 2019, 14:59 Uhr
Bild vergrößern: Britische Regierung bestellt nach Tanker-Beschlagnahme Irans Geschäftsträger ein
Britischer Tanker "Stena Impero"
Bild: AFP

Nach der Beschlagnahme eines britischen Tankers durch den Iran hat die britische Regierung den Geschäftsträger des Landes in London einbestellt. Das teilte das Außenministerium in London am Samstag mit.

Nach der Beschlagnahme eines britischen Tankers durch den Iran hat die britische Regierung den Geschäftsträger des Landes in London einbestellt. Das teilte das Außenministerium in London am Samstag mit. Die iranischen Revolutionsgarden hatten den britischen Tanker "Stena Impero" am Freitag in der Straße von Hormus aufgebracht, weil er gegen "internationale Schifffahrtsregeln" verstoßen haben soll. Der Vorfall nährte die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts des Westens mit dem Iran.

Deutschland und Frankreich forderten von Teheran die "unverzügliche" Freigabe des Schiffes. Der britische Außenminister Jeremy Hunt warnte Teheran davor, einen "gefährlichen Pfad von illegalem und destabilisierendem Verhalten" einzuschlagen. Großbritannien riet britischen Handelsschiffen vorerst davon ab, die besonders für den weltweiten Ölhandel wichtige Seestraße zu passieren. Auch die USA verurteilten das iranische Vorgehen in der Straße von Hormus scharf.

Grund für die Festsetzung der "Stena Impero" ist nach iranischen Angaben ein Zusammenstoß des Tankers mit einem Fischkutter. Entsprechend der rechtlichen Vorschriften seien deshalb Ermittlungen zur "Ursache für den Unfall" eingeleitet worden, sagte der Chef der Hafen- und Schifffahrtsbehörde von Hormosgan, Allah-Morad Afifipoor. Der Tanker ging demnach in der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas vor Anker, an Bord befanden sich weiterhin die 23 Besatzungsmitglieder aus Indien, den Philippinen, Lettland und Russland.

Die Straße von Hormus ist ein strategisch wichtiges Nadelöhr für den Transport von Erdöl. Rund ein Drittel des auf dem Seeweg transportierten Öls wird durch die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman befördert. Eine Schließung des Seewegs für den internationalen Öltransport hätte daher voraussichtlich gravierende Folgen für die Weltwirtschaft.

Weitere Meldungen

KCNA: Kim Jong Un überwacht Test von "riesigem" Raketenwerfer

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hat nach einem Bericht der Staatsmedien den Test einer weiteren "neu entwickelten" Waffe überwacht. Kim habe dem Test eines "riesigen

Mehr
Feuer vernichten fast eine Million Hektar Urwald in Bolivien

Seit Tagen wütende Brände haben in Bolivien schon fast eine Million Hektar Urwald vernichtet. Die Brände erstreckten sich über eine Gesamtfläche von 950.000 Hektar, sagte Cliver

Mehr
Zuwanderungszahlen gehen 2019 weiter zurück

Berlin - Die Zuwanderungszahlen nach Deutschland sind auch 2019 weiter rückläufig. "In diesem Jahr rechnen wir nach jetzigem Stand mit 140.000 bis 150.000 Migranten", sagte

Mehr

Top Meldungen

Ex-Steuerabteilungsleiter will Soli-Abschaffung ab 2020

Berlin - Der frühere Abteilungsleiter Steuern im Bundesfinanzministerium, Michael Sell, hält die Erhebung des Soli ab dem kommenden Jahr "in jeder Form für nicht gerichtsfest".

Mehr
EZB-Entscheid: Bundesbankpräsident warnt vor "Aktionismus"

Frankfurt/Main - Knapp drei Wochen vor der mit Spannung erwarteten Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) über mögliche weitere Zinssenkungen oder Anleihekäufe hat

Mehr
Bremens Regierungschef gegen Enteignung von Wohnungskonzernen

Bremen - Bremens neuer Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) ist gegen die Enteignung von Wohnungskonzernen. Er sprach er sich stattdessen dafür aus, den Konzernen den

Mehr