Wirtschaft

Uniper-Arbeitnehmervertreter stellen Bedingungen an Fortum

  • dts - 9. Juli 2019, 13:21 Uhr

.

Düsseldorf - Im Gezerre um den Stromproduzenten Uniper haben die Arbeitnehmervertreter dem Großaktionär Fortum offenbar eine Kooperation unter Vorbehalt angeboten. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf einen Brief des Konzernbetriebsratsvorsitzenden Harald Seegatz an Fortum-Chef Pekka Lundmark.

Der Konzernbetriebsrat fordert demnach eine Investorenvereinbarung, welche die Gewerkschaften mitverhandeln sollen. Lundmark soll frühere öffentliche Aussagen zu seinen Plänen verbindlich festzuzurren: dass es keine Zerschlagung und keinen Beherrschungsvertrag geben solle. Auch gegen eine mehrheitliche Übernahme stemmen sich die Betriebsräte - wozu die Fortum-Aussagen bisher unklar sind. Die Arbeitnehmer können für sich genommen nichts blockieren, aber eine eventuelle Integration stark erschweren.

Lundmark hatte vor einigen Wochen Betriebsräte getroffen - was dem Vernehmen nach zu deren Enttäuschung ausging. Der alte Uniper-Vorstand hatte sich gegen eine Übernahme durch die Finnen gewehrt, die Vorstände sind entweder schon abgetreten oder haben den Abgang angekündigt. Kürzlich hatten sie in einem Brief Lundmark vorgeworfen, sein "Verschleiern der Strategie" aufzugeben, und heftigen Widerstand gegen eine eventuelle Übernahme angekündigt. Das Schreiben ging auch an die deutsche und finnische Regierung: unter anderem Finnlands Ministerpräsidenten Antti Rinne und die jeweiligen Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Katri Kulmuni.

Fortum wird vom finnischen Staat kontrolliert und hält 49,99 Prozent an Uniper. Uniper war 2016 aus der Abspaltung des konventionellen Kraftwerksgeschäfts des Eon-Konzerns entstanden. Mitte vergangenen Jahres hatte Fortum den bei Eon verbliebenen Restanteil erworben. Dass die Finnen keine Mehrheit an der früheren Eon-Kraftwerkstochtergesellschaft aufbauen konnten, liegt an einer als "strategisch" eingestuften Trinkwasseraufbereitung, die Uniper in Russland betreibt und die nicht unter die Obhut eines staatlich kontrollierten Konzerns wie Fortum geraten soll.

Weitere Meldungen

Oliver Zipse neuer BMW-Chef

Spartanburg - Oliver Zipse ist zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Automobilherstellers BMW gewählt worden. Das teilte BMW am Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung in

Mehr
ZEW-Konjunkturerwartungen im Juli gesunken

Mannheim - Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren haben sich im Juli erneut verschlechtert: Der entsprechende Index sank

Mehr
Staplerhersteller Kion baut eigene Batteriefabrik in Deutschland

Frankfurt am Main - Europas Marktführer im Bereich Staplerfahrzeuge, der Frankfurter Konzern Kion, will eine eigene Fabrik für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien in

Mehr

Top Meldungen

Umfrage: Mehrheit hat Verständnis für Schwarzarbeit

Berlin - Zwei Drittel der Bundesbürger (65 Prozent) haben Verständnis dafür, wenn eine Privatperson jemanden ohne Rechnung beschäftigt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen

Mehr
Lufthansa fliegt wieder nach Kairo

Frankfurt/Main - Die Lufthansa hat ihre Flüge nach Kairo wieder aufgenommen. Das teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Am Samstag hatte die Fluggesellschaft ihre Flüge in die

Mehr
Hitzewelle in Frankreich schmälert diesjährige Weinproduktion deutlich

Frankreich rechnet angesichts der Hitzewelle in diesem Sommer mit einem deutlichen Rückgang bei der Weinproduktion. Sie gehe im Vergleich zu 2018 voraussichtlich um sechs bis 13

Mehr