Finanzen

US-Milliardenbetrüger Madoff mit 82 Jahren im Gefängnis gestorben

  • AFP - 14. April 2021, 17:29 Uhr
Bild vergrößern: US-Milliardenbetrüger Madoff mit 82 Jahren im Gefängnis gestorben
Bernard Madoff im Jahr 2009
Bild: AFP

Der US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff, der hinter dem mutmaßlich größten Finanzbetrug der Geschichte stand, ist tot. Der einstige Starinvestor starb am Mittwoch im Alter von 82 Jahren in einem auf kranke Häftlinge spezialisierten Gefängnis in North Carolina.

Bernard Madoff stand hinter dem größten Finanzbetrug der Geschichte und prellte zehntausende Anleger. Jetzt ist der einstige US-Starinvestor im Alter von 82 Jahren im Gefängnis gestorben. Madoff verstarb am Mittwoch in einer auf kranke Insassen spezialisierten Haftanstalt in Butner im Bundesstaat North Carolina, wie die Gefängnisbehörden der Nachrichtenagentur AFP bestätigten. Die Todesursache war zunächst unklar.

Im Februar 2020 hatte der zu 150 Jahren Haft verurteilte Madoff eine vorzeitige Freilassung beantragt: Sein Anwalt erklärte, der Ex-Investor sei wegen eines Nierenleidens todkrank und wolle zu Hause sterben. Madoff selbst sagte der "Washington Post" damals, er habe bereits elf Jahre hinter Gittern verbracht und die Zeit "durchlitten". Der Antrag wurde aber abgelehnt.

Bernard "Bernie" Madoff hatte über Jahre hinweg mit Hilfe eines ausgeklügelten Schneeballsystems und phantastischen Renditeversprechen Anleger um geschätzt bis zu 65 Milliarden Dollar geprellt. Er wurde im Dezember 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise festgenommen und im Juni 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt. Seither saß er im Gefängnis.

Im Prozess gestand Madoff, die ihm anvertrauten Summen niemals angelegt zu haben. Zu seinen zehntausenden Opfern zählten Banken, Privatleute und Wohltätigkeitsorganisationen aus aller Welt. Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen und wurde 2017 in dem Hollywood-Film "Das Lügengenie" mit Robert De Niro in der Hauptrolle verfilmt.

Bei einem Schneeballsystem wird das Geld neuer Anleger genutzt, um früheren Anlegern angebliche Renditen auszuzahlen. Madoffs System brach in der Finanzkrise 2008 zusammen, als immer mehr Anleger ihr Geld zurück haben wollten, aber keine Mittel vorhanden waren. Viele Menschen verloren ihre Ersparnisse. Den US-Behörden gelang es, rund vier Milliarden Dollar sicherzustellen.

In dem "Washington Post"-Interview im vergangenen Jahr zeigte Madoff Bedauern über sein Verhalten. "Es gibt nicht einen Tag im Gefängnis, an dem ich mich nicht schuldig fühle wegen des Schmerzes, den ich meinen Opfern und meiner Familie zugefügt habe."

Weitere Meldungen

Abgabefrist für Steuererklärung 2020 wird verlängert

Berlin - Die Regierungsfraktionen verlängern angesichts der Coronakrise die Abgabefristen für die Steuererklärung 2020. Dies geht aus einem gemeinsamen Antrag von Union und SPD

Mehr
Finanzielle Hürden beim Hauskauf deutlich höher als 2010

Berlin - Trotz der seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsen wird es für Menschen immer schwerer, in privates Wohneigentum zu investieren. Das ergaben Berechnungen der

Mehr
US-Autobauer Tesla stoppt Zahlungen mit Bitcoin wieder

Der US-Elektroautobauer Tesla hat Zahlungen mit der Kryptowährung Bitcoin wegen des hohen Stromverbrauchs aus Klimaschutzgründen wieder gestoppt. Der schnell ansteigende Verbrauch

Mehr

Top Meldungen

Türkische Firma dreht Libanon den Strom ab

Die türkische Firma Karpowership hat dem Libanon wegen ausstehender Rechnungen und einer drohenden Beschlagnahmung den Strom abgedreht. Zwei Schiffe von Karpowership vor der Küste

Mehr
Wirtschaftsministerium plant neue Coronahilfen

Berlin - Das Bundeswirtschaftsministerium konzipiert derzeit eine neue Unterstützung für Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe keinen ausreichenden Ausgleich für Schäden infolge

Mehr
Umfrage: Potenzial für Homeoffice wird immer stärker ausgeschöpft

Immer mehr Beschäftigte in Deutschland, die im Homeoffice arbeiten können, tun dies auch: Das grundsätzliche Potenzial für das Arbeiten von Zuhause aus wird "immer stärker

Mehr