Technologie

Google-Mutter zieht bei Internet-Ballons die Reißleine

  • AFP - 22. Januar 2021, 14:44 Uhr
Bild vergrößern: Google-Mutter zieht bei Internet-Ballons die Reißleine
"Loon"-Ballons lohnen sich für Alphabet nicht genug
Bild: AFP

Wegen fehlender Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg stoppt der Google-Mutterkonzern Alphabet sein Ballon-Projekt 'Loon', das abgelegene Gegenden oder auch Katastrophengebiete mit Zugang zum Internet versorgen sollte.

Wegen fehlender Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg stoppt der Google-Mutterkonzern Alphabet sein Ballon-Projekt "Loon", das abgelegene Gegenden oder auch Katastrophengebiete mit Zugang zum Internet versorgen sollte. Wie "Loon"-Chef Alastair Westgarth am Freitag mitteilte, gelang es der Firma nicht, "die Kosten tief genug zu senken, um einen langfristigen, tragfähigen Geschäftsbetrieb aufzubauen". 

Die Firma, die 2018 als eigenständiges Unternehmen aus der Alphabet-Forschungsabteilung X hervorgegangen war, soll nun "in den kommenden Monaten" abgewickelt werden. "Loon" hofft demnach darauf, dass die Mitarbeiter anderweitig bei Alphabet unterkommen.

Astro Teller von der Forschungsabteilung X - die Ideenschmiede des US-Technologieriesen für sogenannte "Moon Shots", also die "Mondflüge" des Digitalzeitalters - bedauerte die Entscheidung in einem Blogeintrag. Trotz bahnbrechender technischer Leistungen über die vergangenen neun Jahre habe sich der Weg zu "kommerzieller Lebensfähigkeit" aber "traurigerweise" als länger und auch riskanter als erhofft erwiesen.

Die solarbetriebenen und zur Navigation mit intelligenten Algorithmen ausgestatteten "Loon"-Ballons waren entwickelt worden, um in der Stratosphäre etwa 20 Kilometer oberhalb des Erdbodens als schwebendes Bindeglied zum Internet zu dienen. Der erste Einsatz fand in Puerto Rico im Oktober 2017 statt, nachdem dort Hurrikan "Maria" die Telefonverbindung für einen Großteil der 3,4 Millionen Bewohner zerstört hatte.

Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem US-Telekommunikationskonzern AT&T angekündigt, um in der Folge möglicher ähnlicher Naturkatastrophen weiterhin Mobilfunkdienste anbieten zu können. Außerdem gibt es eine Kooperation mit dem kenianischen Anbieter Telkom, wo mittels der Heliumballons ein Mobilfunknetz geplant war. Dieses sei nun "in der Schwebe", berichteten kenianische Medien am Freitag.

Weitere Meldungen

Microsoft warnt vor chinesischen Hackern und veröffentlicht Updates für Exchange

Der US-Softwarekonzern Microsoft hat eine staatlich unterstützte chinesische Hackergruppe für Angriffe auf seinen E-Mail-Dienst Exchange verantwortlich gemacht. Die von Microsoft

Mehr
Microsoft will virtuelle Arbeitstreffen mit Hologrammen ermöglichen

Microsoft will virtuelle Arbeitssitzungen ermöglichen, bei denen Kollegen als Avatar oder Hologramm erscheinen. Der US-Technologieriese stellte dazu am Dienstag (Ortszeit) seine

Mehr
Streamingdienst SoundCloud kündigt Bezahlung abhängig von der Fangemeinde an

Der Musik-Streamingdienst SoundCloud will die Künstler und Künstlerinnen auf seiner Plattform künftig abhängig von ihrer Fangemeinde bezahlen. Solch ein Gebührenmodell sei

Mehr

Top Meldungen

Grüne: Bundesregierung muss Atomenergie in ganz Europa stoppen

Berlin - Die Grünen fordern die Bundesregierung anlässlich des zehnten Jahrestages der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima auf, die Nutzung der Atomenergie auch in

Mehr
Ab 8. März Öffnungsschritte alle 14 Tage möglich

Berlin - Bund und Länder wollen Öffnungsschritte aus dem Corona-Lockdown ab dem 8. März alle 14 Tage möglich machen. Voraussetzung sei jeweils, dass die Inzidenzwerte stabil oder

Mehr
Siemens Energy steigt in den Dax auf

Der Energiekonzern Siemens Energy steigt in den deutschen Leitindex Dax auf. Siemens Energy werde dort den Konsumgüterkonzern Beiersdorf ersetzen, teilte die Deutsche Börse am

Mehr