Nordkorea hat die Anschuldigungen der US-Bundespolizei FBI zurückgewiesen, hinter dem bislang größten Diebstahl von Kryptowährungen in der Geschichte zu stecken. Die einflussreiche Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bezeichnete die Vorwürfe am Dienstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA als "schwerwiegende politische Provokation". Laut FBI geht der Diebstahl bei der Kryptobörse Binance im Umfang von 6,3 Milliarden Dollar auf das Konto Nordkoreas.
Konkret macht das FBI für den Angriff die Hackergruppe TraderTraitor verantwortlich - diese soll Verbindungen zu Pjöngjangs Geheimdienst haben. Binance hatte den Hackerangriff am Donnerstag bekanntgegeben. Die Kurse der meisten Kryptowährungen gaben daraufhin am Freitag stark nach. Binance, das nach eigenen Angaben 335 Millionen Nutzer zählt, setzte vorübergehend seine Auszahlungen aus.
In einer von KCNA verbreiteten Stellungnahme erklärte Kim Yo Jong nun, die Behauptung des FBI sei "absurde Rhetorik und nichts Neues", insbesondere vor dem Hintergrund früherer Anschuldigungen der USA, Nordkorea stecke auch hinter dem großen Hackerangriff auf die Kryptobörse Bybit im vergangenen Jahr. Die USA wollten die internationale Öffentlichkeit "in die Irre führen, indem sie so tun, als seien sämtliche Cyberverbrechen in verschiedenen Teilen der Welt unser Werk", erklärte Kim Yo Jong.
Der Experte Michael Bosack vom Parley Policy Institute führt die Reaktion Nordkoreas allerdings auf die "erhebliche internationale Aufmerksamkeit" zu diesem Vorfall zurück. Das Dementi habe darauf abgezielt, Kanäle offenzuhalten, über die Nordkorea die Kryptowährung weiterhin waschen und nutzen könne.
Der bislang größte Hackerangriff zeigt die Fähigkeiten Nordkoreas, das wegen seiner Atom- und Raketenprogramme weitreichenden Sanktionen unterliegt, sich auf illegalem Weg Einnahmen zu verschaffen. Laut UN-Angaben von 2024 haben die Erlöse aus nordkoreanischen Cyberangriffen "Berichten zufolge dazu beigetragen, die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen durch das Land zu finanzieren".
Bereits vor der FBI-Erklärung hatte etwa die Analysefirma TRM Labs die Hackergruppe TraderTraitor verdächtigt. Diese wird dem Hackernetzwerk Lazarus zugerechnet, das sich 2014 als Rache für den Film "The Interview", der den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un verspottet, in die Systeme von Sony Pictures gehackt haben soll. TraderTraitor wird auch für den Diebstahl von 1,5 Milliarden Dollar bei der Kryptobörse Bybit im Februar 2025 verantwortlich gemacht.
Inmitten der Vorwürfe zu dem Hacker-Vorfall führte Nordkorea zudem neue Waffentests aus. KCNA-Berichten vom Dienstag zufolge testete Pjöngjang am Montag strategische Marschflugkörper. Erst am Vortag hatte Nordkorea Sprengköpfe mit Streumunition getestet.
Brennpunkte
Nordkorea weist FBI-Anschuldigung zu Hackerangriff auf Binance zurück
- AFP - 3. November 2026, 05:13 Uhr
Nordkorea hat die FBI-Anschuldigungen zurückgewiesen, hinter dem bislang größten Diebstahl von Kryptowährungen in der Geschichte zu stecken. Die einflussreiche Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim sprach von 'schwerwiegender politischer Provokation'.
Weitere Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Zahl der im Rahmen des Asylverfahrens registrierten Neuzugänge in Deutschland ist im Oktober 2026 erneut deutlich zurückgegangen. Nach
MehrAlicante (dts Nachrichtenagentur) - Die AfD ist mit Beschwerden vor dem Europäischen Markenamt (EUIPO) im Streit um den Markenschutz für ihr Parteilogo und das Kürzel "AfD"
MehrDer Ausschluss des Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt aus der AfD-Bundestagsfraktion beschäftigt am Mittwoch (10.00 Uhr) das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Es
MehrTop Meldungen
Magdeburg (dts Nachrichtenagentur) - Das Bundesbildungsministerium will Demokratieprojekte in Sachsen-Anhalt auch außerhalb des umstrukturierten Programms "Demokratie leben"
MehrBrüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die Europäische Union und Großbritannien stehen vor einer Einigung über weitreichende Handelserleichterungen. Das geht aus dem Entwurf einer
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Umweltverbände kritisieren Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) für die Umlage, mit der Stromkunden für neue Gaskraftwerke
Mehr














