Nach der folgenschweren Zugkollision in Spanien hat Ministerpräsident Pedro Sánchez Aufklärung über die Unglücksursachen gefordert und den Opferangehörigen Entschädigung in Aussicht gestellt. "Wir arbeiten Tag und Nacht nicht nur daran, die Familien der Opfer zu unterstützen, sondern auch daran, jedes noch so kleine Detail dieser Tragödie aufzuklären", sagte Sánchez am Donnerstag bei einem Besuch am Unglücksort nahe der Gemeinde Urda.
Seine Regierung wolle die Sicherheitsvorkehrungen "verstärken, um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder geschieht", fügte der sozialistische Ministerpräsident hinzu. Mit Blick auf die "Familien der Opfer dieser schrecklichen Tragödie" sagte Sánchez, für sie müsse es "eine Wiedergutmachung zumindest auf materieller Ebene" geben.
Nach Angaben der Regierung der zentralspanischen Region Kastilien-La Mancha stieg die Zahl der Todesopfer inzwischen von 68 auf mindestens 69. Regionalpräsident Emiliano García-Page teilte mit, von den 110 am Mittwoch ins Krankenhaus eingelieferten Menschen würden am Donnerstag noch etwa 50 weiterhin stationär behandelt.
Die Zugkollision hatte sich am Mittwochmorgen südlich von Madrid ereignet, als zwei Hochgeschwindigkeitszüge auf gerader Strecke kollidierten. Ein Zug der spanischen Staatsbahn Renfe mit 397 Passagieren an Bord prallte auf einen auf demselben Gleis stehenden Zug des privaten Betreibers Iryo mit 147 Passagieren. Mehrere Waggons entgleisten und stürzten den Bahndamm herunter.
Beide Züge waren auf dem Weg von Madrid in die andalusische Großstadt Sevilla. Die Unglücksstelle liegt rund 110 Kilometer Luftlinie südlich von Madrid. Als Ursache vermutet die spanische Regierung menschliches Versagen. Auf der gleichen Strecke waren erst im Januar 46 Menschen bei einer Zugkollision gestorben.
Wegen der schweren Unfälle steht auch die spanische Regierung unter Druck. Am 29. November finden in Spanien vorgezogene Parlamentswahlen statt. Wegen des Zugunglücks bei Urda begann am Donnerstag eine dreitägige landesweite Staatstrauer.
Brennpunkte
Sánchez besucht nach Zugunglück in Spanien den Unfallort - mittlerweile 69 Tote
- AFP - 29. Oktober 2026, 12:18 Uhr
Nach der folgenschweren Zugkollision in Spanien hat Ministerpräsident Pedro Sánchez Aufklärung über die Unglücksursachen gefordert und den Opferangehörigen Entschädigung in Aussicht gestellt. Die Zahl der Todesopfer stieg derweil auf 69.
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