Wer in einem Restaurant von einem ungewöhnlich konstruierten Stuhl kippt, hat keinen Anspruch auf Schadensersatz. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil im Falle einer Frau, die in einem Restaurant von einem Designerstuhl gestürzt war. Nimmt ein Gast auf solch einem Stuhl Platz, muss er sein Verhalten anpassen, wie das OLG befand. (Az.: 9 U 104/25)
Geklagt hatte eine Frau gegen die Betreiberin eines Restaurants in Frankfurt. Sie saß dort auf einem Designerstuhl in Form einer Hand. Die Sitzfläche befand sich im Handteller, die Finger bildeten die Rückenlehne. Statt auf Beinen stand der Stuhl auf einer Säule, die an einen Arm erinnert. Die Frau stürzte nach wenigen Minuten des Sitzens zur Seite und brach sich dabei einen Finger.
Vor Gericht verlangte sie 7000 Euro an Schadensersatz und Schmerzensgeld. Das Landgericht Frankfurt wies die Klage in erster Instanz ab. Diese Entscheidung bestätigte das Oberlandesgericht nun. Die Restaurantbetreiberin verletzte keine Sorgfalts- und Verkehrssicherungspflichten, entschieden die Richter.
Ein Gastwirt ist laut Urteil dazu verpflichtet, seinen Gästen einen gefahrlosen Aufenthalt zu ermöglichen. Das gehe aber nicht so weit, dass er jegliche denkbare Gefahr ausräumen müsse. Trotz der Pflichten des Restaurantbetreibers müsse der Gast auch selbst ein Stück weit auf seine eigene Sicherheit achten.
Restaurantbetreiber seien zudem nicht dazu verpflichtet, Stühle ausschließlich an einer DIN-Norm zu orientieren. Neben der Funktionalität spielten in der Gastronomie auch Optik und Design eine Rolle. Deswegen seien auch andere Stühle als der klassische mit vier Beinen zulässig. Warum die Frau auf dem Stuhl überhaupt zur Seite kippte, blieb unklar.
Lifestyle
Restaurantgast kippt von ungewöhnlichem Stuhl: Kein Anspruch auf Schadensersatz
- AFP - 27. Oktober 2026, 11:19 Uhr
Wer in einem Restaurant von einem ungewöhnlich konstruierten Stuhl kippt, hat keinen Anspruch auf Schadensersatz. Nimmt ein Gast darauf Platz, muss er sein Verhalten anpassen, wie das Oberlandesgericht Frankfurt am Main mitteilte.
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