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Kehlsteinhaus am Obersalzberg abgebrannt: Psychisch kranker Verdächtiger festgenommen

  • AFP - 25. Oktober 2026, 11:24 Uhr
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Brennendes Kehlsteinhaus
Bild: AFP

Das für Adolf Hitler gebaute Kehlsteinhaus im früheren Nazi-Sperrgebiet Obersalzberg in Berchtesgaden ist niedergebrannt. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus, ein psychisch kranker Verdächtiger wurde festgenommen.

Das für Adolf Hitler gebaute Kehlsteinhaus im früheren Nazi-Sperrgebiet Obersalzberg in Berchtesgaden ist mutmaßlich durch einen Brandanschlag zerstört worden. Ein 33-Jähriger wurde unmittelbar nach Brandausbruch am Freitag festgenommen und in die Psychiatrie gebracht, wie die Polizei am Wochenende mitteilte. Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund des in rund 1800 Metern Höhe liegenden Brandorts und des Wetters schwierig und dauerten bis Samstagabend.

Der Brand sei "wohl auf Brandstiftung zurückzuführen", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei einer Pressekonferenz am Samstag. Demnach kam Polizei und Feuerwehr bei ihrer Anfahrt zum Kehlsteinhaus ein verdächtiger Motorradfahrer ohne Kennzeichen entgegen. "In einem sehr spontanen Eingreifen" hätten Beamte den möglichen Brandstifter gestoppt und vorläufig festgenommen, sagte der Minister. Er sprach von einem Einsatz unter schwierigen Bedingungen.

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen Deutschen mit Bezügen zum Berchtesgadener Land, der aktuell in Berlin wohnt. Bei ihm ist eine psychische Krankheit diagnostiziert, daher wurde er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Ein mögliches politisches Motiv werde geprüft. Die Ermittlungen stünden aber noch ganz am Anfang, hieß es.

Das 1937/38 erbaute Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden war Teil des sogenannten Führersperrgebietes Obersalzberg und sollte NS-Diktator Hitler als Repräsentationsgebäude dienen. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude unbeschadet. Seit 1952 wird es als Gaststätte genutzt, eine Ausstellung erinnert an dessen Geschichte. Mit 350.000 Besuchern pro Jahr ist es eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Bayern.

Herrmann kündigte den Wiederaufbau des durch den Brand weitgehend zerstören Gebäudes an. Es werde auf jeden Fall keine Ruine bleiben, sagte er. Das Haus sei mit einer besonderen Historie verbunden. "Es ist wichtig, dass wir die Erinnerungsarbeit auch weiterhin leisten."

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim löste ein Rauchmelder des Kehlsteinhauses am Freitagabend gegen 21.15 Uhr Brandalarm aus. Feuerwehren sahen bei der Anfahrt hoch aufschlagende Flammen, vor Ort wurde dann "der Vollbrand des Gebäudes feststellt".

Etwa 200 Rettungs- und Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Polizei und Bergwacht rückten aus. Starker Wind, Schneeverwehungen und Eis hätten den Einsatzkräften zugesetzt, berichtete Kreisbrandrat Michael Brandl bei der Pressekonferenz am Samstag. Gegen 2.00 Uhr in der Nacht zu Samstag habe der Löscheinsatz deshalb unterbrochen werden müssen. Er konnte demnach erst am Morgen fortgesetzt werden. 

Ermittlern der Polizei war es aufgrund der schwierigen Bedingungen zunächst nicht möglich, den Brandort für genauere Untersuchungen zu betreten. Erst am Samstagabend war das Feuer nach Polizeiangaben abgelöscht. Es seien allerdings weiterhin kleinere Nachlöscharbeiten aufgrund aufflammender Glutnester möglich, teilte eine Sprecher der Beamten am Sonntag in Rosenheim mit. Es herrschte weiter starker Wind.

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