Politik

EU verurteilt Siedler-Angriff auf europäische Diplomaten scharf

  • AFP - 18. Oktober 2026, 14:43 Uhr
Bild vergrößern: EU verurteilt Siedler-Angriff auf europäische Diplomaten scharf
Mutmaßliche Aufnahme von dem Überfall
Bild: AFP

Die Europäische Union hat den Angriff radikaler Siedler auf europäische Diplomaten im Westjordanland 'auf das Schärfste' verurteilt. Bei dem Überfall am Samstag wurde laut Konvoi-Insassen auch auf einen französischen Bürgermeister eingeschlagen.

Die Europäische Union hat den Angriff radikaler Siedler auf europäische Diplomaten im Westjordanland "auf das Schärfste" verurteilt. Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas forderte die israelische Regierung am Sonntag auf, die Verantwortlichen für die Tat zur Rechenschaft zu ziehen sowie Schritte zu ergreifen, um die Siedler von Gewalttaten gegen Palästinenser und Journalisten abzuhalten.

Eine Gruppe von Siedlern hatte am Samstag im besetzten Westjordanland einen Autokonvoi mit Fahrzeugen der französischen, belgischen und polnischen Missionen angegriffen. Dabei wurde nach Angaben von Konvoi-Insassen auch auf einen französischen Bürgermeister eingeschlagen. 

Während Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu von einer "Verleumdungskampagne" gegen israelische Siedler sprach, kritisierte Außenminister Gideon Saar in einem seltenen Schritt den Angriff "israelischer Randalierer".

Brüssel habe die Erklärungen mehrerer israelischer Vertreter positiv zur Kenntnis genommen, die die Attacken verurteilt hätten, erklärte Kallas' Sprecher. Die EU erwarte jetzt "wirksame Schritte, damit die Gewalttaten und die gewalttätigen Belästigungen gegen die Palästinenser, insbesondere während der Olivenernte, verhindert werden, sowie die gegen Journalisten." In den vergangenen Tagen waren Fotografen der internationalen Nachrichtenagenturen Reuters und AFP bei Einsätzen im Westjordanland von Siedlern verletzt worden.

"Wir fordern Israel nachdrücklich auf, sich uneingeschränkt an das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte zu halten und die Ausdehnung der Siedlungen einzustellen", hieß es in einer Erklärung der EU-Außenbeauftragten.

Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind. Unter Netanjahu hat Israel den Siedlungsbau im Westjordanland stark vorangetrieben. Seit dem Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich die Lage auch im Westjordanland nochmals deutlich verschärft. 

Weitere Meldungen

Rot-Grün-Rot will in Berlin regieren - Scharfe Kritik aus der Union

Linke, Grüne und SPD wollen in Berlin zusammen regieren: Einen Monat nach der Abgeordnetenhauswahl schlossen sie am Wochenende ihre Sondierungsgespräche ab. Die Parteigremien

Mehr
Merz wirbt bei Junger Union für Reformkurs und erteilt Minderheitsregierung Absage

Beim Deutschlandtag der Jungen Union hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) um Unterstützung für seinen Reformkurs geworben. Wenn es nicht gelinge, die Wirtschaft wieder

Mehr
"Wir müssen liefern": Söder fordert Umsetzung der Reformen

CSU-Chef Markus Söder hat die Bundesregierung zur Umsetzung angekündigter Reformen aufgefordert. "Wir müssen liefern", sagte Söder beim Deutschlandtag der Jungen Union am

Mehr

Top Meldungen

Frei pocht auf Abschaffung des Acht-Stunden-Tages

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, pocht auf die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages. "Im Koalitionsvertrag haben wir

Mehr
Ostbeauftragte will "Schutzschild" für Zivilgesellschaft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), fordert ein "Schutzschild" für die ostdeutsche Zivilgesellschaft und will diese

Mehr
Hunderttausende protestieren in Frankreich - 400 Festnahmen

Paris (dts Nachrichtenagentur) - In Frankreich haben am Samstag Hunderttausende Menschen gegen Missstände im Bildungssystem und hohe Lebenshaltungskosten demonstriert.

Mehr