Politik

Vance macht Einwanderung für Ausschreitungen in Frankreich verantwortlich

  • AFP - 18. Oktober 2026, 05:06 Uhr
Bild vergrößern: Vance macht Einwanderung für Ausschreitungen in Frankreich verantwortlich
Brennendes Rathaus von Limoges
Bild: AFP

US-Vizepräsident Vance hat Einwanderung für die schweren Ausschreitungen am Rande von Massenprotesten in Frankreich verantwortlich gemacht. 'Westliche Liberale' hätten 'die Dritte Welt nach Frankreich und in andere Länder importiert'.

US-Vizepräsident JD Vance hat Einwanderung für die schweren Ausschreitungen am Rande von Massenprotesten in Frankreich verantwortlich gemacht. "Westliche Liberale haben im Namen von Diversität und Mitgefühl die Dritte Welt nach Frankreich und in andere Länder importiert", schrieb Vance am Samstag im Kurzbotschaftendienst X zu einem Video, das das in Brand gesteckte Rathaus der zentralfranzösischen Stadt Limoges zeigt.

"Sie haben grundlegende Fragen über Assimilation und Kompatibilität ignoriert", fuhr der Stellvertreter von US-Präsident Donald Trump fort. "Ihnen wurde gesagt, dass es dazu führen würde, und sie haben nicht gehört." Er "bete" dafür, dass Frankreich "diesen Wahnsinn beendet, bevor mehr seiner Wahrzeichen brennen".

Vance, der wie Trump unter anderem in der Migrationspolitik scharf rechte Positionen vertritt, versuchte zugleich, die Ausschreitungen in Frankreich für den Wahlkampf vor den US-Kongresswahlen zu nutzen und die oppositionellen US-Demokraten zu attackieren: Die US-Bürger sollten achtgeben, schreib der Vizepräsident auf X. "Das ist die Zukunft, die die Demokraten im Kongress für euer Land wollen."

Frankreich war am Samstag am Rande von Massenprotesten gegen gestiegene Lebenshaltungskosten von schweren Ausschreitungen erschüttert worden. In mehreren Städten wurden Gebäude und Autos in Brand gesetzt und Geschäfte geplündert. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei. Nach Angaben der französischen Regierung wurden 1200 Menschen festgenommen. 150 Polizisten wurden demnach verletzt.

Trump und Vance haben immer wieder europäische Staaten kritisiert, denen sie vorwerfen, zu viele Einwanderer ins Land zu lassen. Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 verfolgen die USA eine rigorose Abschiebepolitik.

Weitere Meldungen

Lula und Bolsonaro liefern sich Fernsehduell vor Stichwahl

Eine Woche vor der entscheidenden zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien treten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und sein Herausforderer Flávio Bolsonaro am

Mehr
Wohnungsnot in Portugal: Protestcamp in Lissabon errichtet

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon ist - wie bereits in der spanischen Hauptstadt Madrid - ein Protestcamp gegen die Wohnungskrise errichtet worden. Nach einer

Mehr
"Völlig unverantwortlich": Republikaner kritisieren Trump wegen Russland-Kurs

US-Präsident Donald Trump ist wegen der Aussetzung von Sanktionen gegen Russland auch in der eigenen Partei in die Kritik geraten. "Das ist völlig unverantwortlich", erklärte

Mehr

Top Meldungen

Hunderttausende protestieren in Frankreich - 400 Festnahmen

Paris (dts Nachrichtenagentur) - In Frankreich haben am Samstag Hunderttausende Menschen gegen Missstände im Bildungssystem und hohe Lebenshaltungskosten demonstriert.

Mehr
Ex-Caritas-Generalsekretär kritisiert Gerechtigkeitsdebatte

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der frühere Caritas-Generalsekretär Georg Cremer kritisiert, wie die Debatte über Gerechtigkeit in Deutschland geführt wird. "Ich finde, dass

Mehr
Miersch schließt Beitragserhöhungen bei Rente nicht aus

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Fraktionschef Matthias Miersch schließt zusätzliche Beitragserhöhungen bei der Rente nicht aus, um die abschlagsfreie Rente mit 45

Mehr