Politik

Grüne: Geplante Tabaksteuererhöhung im europäischen Vergleich "ambitionslos"

  • AFP - 15. Oktober 2026, 12:33 Uhr
Bild vergrößern: Grüne: Geplante Tabaksteuererhöhung im europäischen Vergleich ambitionslos
Mann mit Zigarette
Bild: AFP

Die Grünen im Bundestag halten die geplante Tabaksteuererhöhung nicht für ausreichend. Die Bundesregierung sei hier im Vergleich zu anderen europäischen Ländern 'ein Stück weit ambitionslos', sagte der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen.

Die Grünen im Bundestag halten die geplante Tabaksteuererhöhung nicht für ausreichend. Die Bundesregierung sei hier "ein Stück weit ambitionslos", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Janosch Dahmen, am Donnerstag den Sendern RTL und ntv. Denn Deutschland bleibe hinter "dem Niveau anderer europäischer Spitzenländer" zurück. Dahmen wies gleichzeitig Kritik zurück, dass die Erhöhung den Schwarzmarkt ankurbeln und nicht zu den erhofften Steuermehreinnahmen in Milliardenhöhe führen werde.

Der Bundestag stimmt am späten Donnerstagabend abschließend über die Tabaksteuererhöhung ab. Bis 2030 könnte sich dadurch eine Schachtel mit 20 Zigaretten im Schnitt um knapp vier Euro auf 11,78 Euro verteuern. Teurer werden auch Feinschnitt für selbstgedrehte Zigaretten, Zigarren und Zigarillos und Pfeifentabak.

Der Finanzausschuss des Bundestags hatte die Beträge am Mittwoch nochmals deutlich angehoben. Dadurch steigen auch die geplanten Steuereinnahmen. So soll die Erhöhung im kommenden Jahr anfänglich rund 1,5 Milliarden Euro zusätzlich bringen. Das sind 750 Millionen Euro mehr als im ursprünglichen Gesetzentwurf vorgesehen. Bis 2030 sollen dann zusätzlich 4,46 Milliarden Euro pro Jahr eingenommen werden. Dies liegt 872 Millionen Euro über den ursprünglichen Plänen.

Die Befürchtung, die steigenden Zigarettenpreise könnten Raucher verstärkt auf den Schwarzmarkt ausweichen lassen, wies der Grünen-Politiker Dahmen zurück. "Das ist immer ein Argument, was von der Tabakindustrie vorgetragen wird." Internationale Studien zeigten aber, dass das nicht der Fall sei. Er verwies dabei auf Länder wie Frankreich, Irland oder Norwegen, wo Zigaretten schon jetzt mehr kosteten als nach vollständiger Umsetzung der Tabaksteuererhöhung in Deutschland. 

Dahmen verwies zudem auf die finanziellen Folgen des Tabak- und Nikotinkonsums für das Gesundheitssystem. "Wir geben in Deutschland einfach zu viel Geld der gesetzlichen Krankenversicherung für die Behandlung von Tabak und nikotininduzierten Erkrankungen aus." Das erhöhe die Lohnnebenkosten und die Krankenkassenbeiträge. "Und ich finde, es kann nicht richtig sein, dass 75 Millionen gesetzlich Krankenversicherte dafür bezahlen, dass wenige Tabakkonzerne große Profite machen." 

Weitere Meldungen

Merz fordert zusätzliche Ukraine-Unterstützung: "Über den Winter helfen"

Beim EU-Gipfel in Brüssel hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zusätzliche Mittel zur Unterstützung der Ukraine gefordert. Er habe bei Treffen am Rande des Gipfels dafür

Mehr
Ministerin Bär verteidigt Bafög-Reform - Kritik an Umfang und Zeitplan

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) hat die Bafög-Reform gegen Kritik verteidigt, sie komme zu spät und bringe zu wenig Verbesserung. "Wir haben gut abgewogen für

Mehr
Nach Unterbrechung: Sondierungsgespräche in Berlin wieder angelaufen

Zwei Tage nach der Unterbrechung der rot-grün-roten Sondierungen in Berlin haben Linke, Grüne und SPD am Donnerstag die Gespräche fortgesetzt. Vertreter der drei Parteien kamen

Mehr

Top Meldungen

"Grüne Gase" zum Heizen: Grüne werfen Reiche Übernahme von Lobbyvorschlägen vor

Die Grünen werfen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor, bei den Plänen für eine sogenannte Grüngasquote für Heizungen Forderungen der Gaslobby weitgehend

Mehr
Europa will 80 Milliarden Euro für Tech-Start-ups mobilisieren

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Europa will bis zu 80 Milliarden Euro für Technologie-Start-ups auf dem Kontinent mobilisieren. Das Fundraising für den zweiten, deutlich

Mehr
Bundestags-Gutachten: Neues Energiegesetz womöglich nicht mit EU-Recht vereinbar

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat Zweifel an der Vereinbarkeit des sogenannten Netzpakets der Bundesregierung mit EU-Recht geäußert. Geplante Einschränkungen

Mehr