Die russische Justiz hat ein Verfahren gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eingestellt, der die Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee vorgeworfen worden war. Die Ermittlungen gegen Lida Moniawa seien "mangels strafrechtlich relevanter Tatbestände" beendet worden, sagte ihr Anwalt Michail Birjukow am Dienstag. Ihre Organisation bestätigte die Einstellung des Verfahrens und erklärte: "Es grenzt an ein Wunder!"
Moniawa ist Gründerin und Leiterin der Wohltätigkeitsorganisation Lighthouse mit Sitz in Moskau, die sich für die Sterbebegleitung von Kindern und jungen Erwachsenen einsetzt. Ihre Festnahme Anfang September ging ihrem Anwalt zufolge auf einen Beitrag im Onlinedienst Telegram von 2023 anlässlich des ersten Jahrestags des Ukraine-Krieges zurück. Darin hatte Moniawa auf UN-Daten zu tausenden zivilen Opfern verwiesen und dazu aufgerufen, ukrainischen Flüchtlingen zu helfen. Einen Tag nach ihrer Festnahme konnte sie unter Auflagen wieder in ihre Wohnung zurück.
Vergangenen Monat hatten zahlreiche Unterstützer Moniawas vor dem Gerichtsgebäude demonstriert. Dazu erklärte Lighthouse jetzt: "Danke an alle, die offizielle Schreiben zu Lidas Verteidigung verfasst und Unterstützungsbotschaften veröffentlicht haben!"
Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Februar 2022 haben die russischen Behörden ihr hartes Vorgehen gegen Kritiker und Kriegsgegner noch einmal verstärkt. Die Staatsanwaltschaft wirft Menschen, die sich kritisch über die russische Armee äußern, häufig die Verbreitung von "Falschinformationen" vor.
Brennpunkte
Verfahren gegen russische Kinderhospizleiterin eingestellt
- AFP - 6. Oktober 2026, 19:02 Uhr
Die russische Justiz hat ein Verfahren gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eingestellt, der die Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee vorgeworfen worden war.
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