Brennpunkte

Wadephul sieht "weitergehende Pläne" Moskaus über die Ukraine hinaus

  • AFP - 5. Oktober 2026, 20:22 Uhr
Bild vergrößern: Wadephul sieht weitergehende Pläne Moskaus über die Ukraine hinaus
Bundesaußenminister Johann Wadephul
Bild: AFP

Bundesaußenminister Wadephul sieht 'weitergehende Pläne' des Kremls über den Krieg gegen die Ukraine hinaus. Die Bundesregierung müsse davon ausgehen, dass zu diesen auch Ansprüche auf Georgien, Moldau und das Baltikum gehören könnten, sagte er.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sieht "weitergehende Pläne" des Kremls über den Krieg gegen die Ukraine hinaus. Die Bundesregierung müsse davon ausgehen, dass zu diesen auch Ansprüche auf Georgien, Moldau und das Baltikum gehören könnten, sagte Wadephul am Montagabend in der ntv-Sendung "Pinar Atalay". "Und damit sind wir dann selbst auch betroffen als Alliierte", fügte er hinzu.

Deutschland sei bereits jetzt mit russischen hybriden Angriffen konfrontiert, sagte Wadephul. "Wir werden ja jetzt schon angegriffen", sagte er. "Denken Sie an die Drohnen in Leipzig." Auch Cyberangriffe gebe es "ständig". Einen Krieg wolle er darin allerdings noch nicht sehen: "Nein, das würde ich nicht als Krieg bezeichnen." Die Nato könne auf entsprechende Vorfälle reagieren. Zugleich betonte er: "Wir scheuen uns auch nicht davor, dann von Krieg zu sprechen, wenn es einer wäre."

Bei seinem Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung vor mehr als einer Woche habe er die Drohnenvorfälle in Leipzig angesprochen, erklärte der Außenminister. "Für Deutschland ist da eine Linie überschritten worden und hat es eine neue Qualität." Dass er Lawrow bei dem Treffen die Hand gegeben habe, verteidigte Wadephul: "Die Zivilisation - die legt man nicht ab, nur weil die Person, die man trifft und mit der man spricht, völlig andere Werte vertritt als man selber."

Zuvor am Montag hatten die Spitzen der deutschen Sicherheitsdienste vor der Gefahr eines gewaltsamen Konflikts mit Russland gewarnt. Von "keinem anderen Land" gehe aktuell eine so konkrete Bedrohung aus wie von Russland, sagte der Präsident des Bundesnachrichtendiensts (BND), Martin Jäger, in einer öffentlichen Anhörung vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags. Deutschland sei in Gefahr, "in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten".

Weitere Meldungen

Merz: Regierung wird Antisemitismus mit allem in ihrer Macht Stehenden bekämpfen

Zum dritten Jahrestag des Hamas-Großangriffs auf Israel am 7. Oktober 2023 hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den weiteren Einsatz der Regierung gegen Antisemitismus

Mehr
Russischer Geschäftsmann: Trumps Sohn hat Kosten für Hochzeitsfeier beglichen

Der russische Geschäftsmann Umar Kremlew hat bestätigt, dass der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump ihm die Kosten seiner Hochzeitsfeierlichkeiten zurückerstattet

Mehr
Dritter Jahrestag des 7. Oktobers: Wadephul warnt vor Anstieg von Antisemitismus

Anlässlich des dritten Jahrestages des Hamas-Großangriffs auf Israel am 7. Oktober 2023 hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) vor einem Anstieg von Antisemitismus in

Mehr

Top Meldungen

Energieunternehmen wirft Reiche Angriff auf Eigentum vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Chef des Energieunternehmens "1Komma5Grad", Philipp Schröder, hat die Energiepläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)

Mehr
Internationaler Währungsfonds: Anhaltender Preisschock wegen Kriegen und Krisen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht anhaltende Auswirkungen von Kriegen und Krisen weltweit auf das Preisniveau von Lebensmitteln und Energie. Die Preise für

Mehr
Bericht: Merz und Macron wollen Verbrenner-Aus kippen

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Deutschland und Frankreich wollen mit einem gemeinsamen Vorstoß das Aus des Verbrennerverbots besiegeln. Das berichtet die "Frankfurter

Mehr