Politik

Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an

  • AFP - 3. Oktober 2026, 03:54 Uhr
Bild vergrößern: Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an
Argentiniens Präsident Javier Milei
Bild: AFP

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten.

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten. Das Programm zum Erwerb der Staatsbürgerschaft im Gegenzug für eine "Investition" sieht "zwei einfache und transparente Mechanismen" vor, wie die Regierung des ultrarechten Präsidenten Javier Milei am Samstag mitteilte. 

Investoren müssten eine "direkte und nicht rückerstattbare Zahlung in Höhe von 350.000 Dollar an die Staatskasse" tätigen oder ein eigens zu diesem Zweck geschaffenes "staatliches Wertpapier in Höhe von 800.000 Dollar" erwerben, wie es in einer offiziellen Mitteilung hieß. 

Um das Angebot auf Ehepartner und Kinder der Antragsteller auszuweiten, müssen jeweils weitere 100.000 Dollar investiert werden - bei Minderjährigen 25.000 Dollar. Das Programm soll den Angaben zufolge bereits Ende des Jahres starten. Die dadurch erzielten Einnahmen sollen den Haushalt und die Finanzen des Landes weiter stärken, erklärte die Regierung. 

Die ausländischen Direktinvestitionen in Argentinien lagen im Jahr 2025 - trotz günstiger Rahmenbedingungen - laut der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) weit unter denen in Brasilien und Mexiko.

Milei, ein radikaler Verfechter des Freien Marktes, hat die Staatsausgaben gekürzt, die Wirtschaft dereguliert und Handelsbarrieren abgebaut, um Argentinien wettbewerbsfähiger zu machen. Investoren sind angesichts der volatilen Wirtschaft dennoch abwartend, wie der Ökonom Marcelo Elizondo der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Der Wirtschaftswissenschaftler und Milei-Kritiker Pablo Tigani fürchtet, dass das neue Programm "Drogenhändler und Menschen zweifelhafter Herkunft" anziehen könnte, die in anderen Ländern unerwünscht sind.

Weitere Meldungen

Parlamentswahl in Lettland hat begonnen

In Lettland haben am Samstag die Parlamentswahlen begonnen. Sicherheit und Verteidigung sind die wichtigsten Themen für die Wählerinnen und Wähler, gefolgt von wirtschaftlichen

Mehr
Lettland wählt neues Parlament unter Druck russischer Bedrohung

In Lettland wird am Samstag unter dem Eindruck wiederholter Drohnenvorfälle und der Bedrohung durch Russland ein neues Parlament gewählt. Trotz Zugewinnen für populistische und

Mehr
Festakt mit Steinmeier und Merz zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen

Mit einem Festakt wird am Samstag (12.00 Uhr) in Bremen der Tag der Deutschen Einheit begangen. Zuvor findet ein ökumenischer Gottesdienst statt. Als Gäste werden unter anderem

Mehr

Top Meldungen

IW-Studie: Ost-Wirtschaft holt seit fünf Jahren nicht mehr auf

Köln (dts Nachrichtenagentur) - Die ostdeutsche Wirtschaft holt seit fünf Jahren gegenüber der westdeutschen Wirtschaft nicht mehr auf. Das geht aus einer noch

Mehr
Bericht: Autolobby sucht Nähe zur extremen Rechten im EU-Parlament

Straßburg (dts Nachrichtenagentur) - Vor den Abstimmungen über die Lockerung des Verbrenner-Aus in der EU weitet die Autoindustrie ihre Kontakte zur extremen Rechten aus. Das

Mehr
Rechnungshof befürchtet hohe Kosten der Rente für Bundeshaushalt

Bonn (dts Nachrichtenagentur) - Der Bundesrechnungshof warnt vor einer immer stärkeren Belastung des Bundeshaushalts durch steigende Zahlungen an die Rentenversicherung: Schon

Mehr