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Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni wird neu untersucht

  • AFP - 2. Oktober 2026, 18:07 Uhr
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Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James
Bild: AFP

Rund zwei Jahre nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer Studentin an der US-Eliteuniversität Cornell wird der Fall neu aufgerollt. Der Bundesstaat New York betraute Generalstaatsanwältin Letitia James mit den Ermittlungen.

Rund zwei Jahre nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer Studentin an der US-Eliteuniversität Cornell wird der Fall neu aufgerollt. Der Bundesstaat New York betraute die bekannte Generalstaatsanwältin Letitia James mit strafrechtlichen Ermittlungen. Die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul sagte am Freitag, sie wolle gesetzliche Schlupflöcher schließen, damit Täter in solchen Fällen nicht davonkämen.

Eine frühere Studentin der Cornell-Universität hatte angegeben, sie sei im Oktober 2024 von sieben Mitgliedern der Studentenverbindung Chi Phi mit dem Narkosemittel Ketamin betäubt und dann von der Gruppe vergewaltigt worden. Die zuständige Staatsanwaltschaft entschied jedoch, die Verdächtigen nicht vor Gericht zu stellen.

Gouverneurin Hochul erklärte, die damals 20-jährige Studentin verdiene es, dass der Fall genau untersucht werde. Deshalb habe sie James als Sonderermittlerin eingesetzt. Das mutmaßliche Opfer wird in den Akten "Jane Doe" genannt, ihre wahre Identität wurde zu ihrem Schutz nicht öffentlich gemacht.

Der US-Sender CNN und andere Medien berichteten, die Ermittler hätten die mutmaßliche Vergewaltigung wegen einer Gesetzeslücke in New York nicht untersucht, die es in ähnlicher Form in rund 19 US-Bundesstaaten gibt. Danach können Staatsanwälte nur schwer Anklage erheben, wenn sich das mutmaßliche Opfer freiwillig so stark berauscht hat, dass seine Fähigkeit zur Einwilligung in Sex massiv beeinträchtigt ist. 

Die Cornell-Studentin hatte vor dem mutmaßlichen Missbrauch freiwillig größere Mengen Alkohol getrunken und war nach eigenen Angaben zum Sex mit zwei Männern einverstanden. In einer Chat-Gruppe der Studentenverbindung Chi Phi wurde sie dann aber weiteren Männern zum Sex angeboten, wie US-Medien unter Berufung auf die Polizeiakten berichten. 

Gouverneurin Hochul sagte: "Es sollte keine Rolle spielen, ob sie vorher Drogen oder Alkohol konsumiert hat. Ein freiwilliger Rausch ist keine Lizenz für sexuelle Übergriffe oder eine Gruppenvergewaltigung - Punkt". Sie unterstütze die Schließung dieser Gesetzeslücke, betonte die Politikerin der Demokraten.

Die Rechtsexpertin Shiwali Patel vom National Women's Law Center sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei "verblüffend, dass diese Gesetzeslücke immer noch existiert". Sie habe "enorme Auswirkungen auf Fälle an Hochschulen", denn vielen sexuellen Übergriffen auf dem Campus gehe der Konsum von Alkohol oder anderen Rauschmitteln voraus.

Sonderermittlerin James sagte, sie werde "die Fakten prüfen, Beweise sammeln, Zeugen befragen und gegebenenfalls ein Strafverfahren einleiten". Nach einer Zivilklage des mutmaßlichen Opfers gegen die Universität im September hatte die Bezirksstaatsanwaltschaft bereits am Montag angekündigt, die Ermittlungen wieder aufzunehmen. 

Die Universität Cornell hatte die Studentenverbindung nach den Vorwürfen verboten und einige der beteiligten Studenten suspendiert. Einige von ihnen wurden später der Universität verwiesen. 

Kritik übte Gouverneurin Hochul auch an der Campus-Polizei. Sie habe offenbar einen unvollständigen Bericht an die Bezirksstaatsanwaltschaft übermittelt, der zur Einstellung der Ermittlungen geführt habe. "Jemand wusste mehr als er die Leute wissen ließ", sagte Hochul. Das schockiere sie auch "als Mutter".

Generalstaatsanwältin James soll die offenen Fragen nun klären. Die 67-Jährige wurde unter anderem mit Ermittlungen gegen Präsident Donald Trump und den ehemaligen New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo bekannt.

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