Finanzen

Studierende zahlen im Schnitt 4.493 Euro Zinsen für KfW-Kredit

  • dts - 1. Oktober 2026
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Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Studierende, die bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Darlehen aufnehmen, müssen im Zuge der Rückzahlung immer mehr Zinsen aufbringen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Donnerstagsausgaben) berichten.

Demnach lag die durchschnittliche Gesamtzinsbelastung bei vollgetilgten Darlehen im Jahr 2017 noch bei 1.633 Euro, 2026 aber etwa dreimal so hoch, nämlich bei 4.493 Euro. Die Zinssätze pendeln laut der Antwort aktuell zwischen weniger als 5 und mehr als 7 Prozent. Von zuletzt 159.511 Darlehen in der Rückzahlungsphase seien 1.002 "notleidend" gewesen, "aber nicht ausgefallen".

Nach Angaben der KfW verfolge sie "mit dem KfW-Studienkredit keine Gewinnerzielungsabsicht. Über den Zinssatz deckt sie allerdings die während der Kreditlaufzeit entstehenden Kosten inklusive der Risiko- und Verwaltungskosten ab", heißt es in der Antwort der Bundesregierung weiter. Die Antwort auf die Frage, wie hoch der Gewinn beziehungsweise Verlust war, den die KfW in den vergangenen zehn Jahren mit dem KfW-Studienkredit gemacht hat, werde jedoch in Bezug auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der Bank als vertraulich eingestuft und sei damit nicht zur Veröffentlichung freigegeben.

"Dass die Zinsen von ihrem historischen Spitzenwert von fast 8 Prozent wieder leicht gesunken sind, ist für Betroffene nur ein Tropfen auf den heißen Stein - zumal der Zins 2026 schon wieder anzieht und fast 30.000 Kreditnehmende weiterhin Zinssätze von über 7 Prozent abstottern müssen", sagte die Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag für Bildung und Wissenschaft, Nicole Gohlke, den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Dass Studierende im Schnitt 4.493 Euro allein an Zinsen hinblättern müssten, sei "unfassbar" und das Zinsniveau "nach wie vor jenseits von Gut und Böse".

Gerade in Kombination mit einem chronisch unterfinanzierten BAföG, das kaum noch Studierende erreiche, werde das System zur existenziellen Armutsfalle. "Dass das Ministerium dann auch noch die genauen KfW-Gewinne dreist zur Geheimsache erklärt, setzt dem Ganzen die Krone auf. Ein staatliches Förderinstrument darf keine Schuldenfalle sein. Es braucht eine grundlegende BAföG-Reform, mit einem echten Vollzuschuss und Sätzen, die zum Leben reichen", so die Linken-Politikerin.

Laut Deutschem Studierendenwerk waren zuletzt 36 Prozent der Studierenden von Armut betroffen.

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