Politik

Wadephul sieht EU-Erweiterung auf westlichem Balkan als "Nagelprobe für Europa"

  • AFP - 30. September 2026, 21:31 Uhr
Bild vergrößern: Wadephul sieht EU-Erweiterung auf westlichem Balkan als Nagelprobe für Europa
Bundesaußenminister Johann Wadephul
Bild: AFP

Vor einem Treffen mit europäischen Außenministern in Montenegro hat Bundesaußenminister Wadephul die EU-Erweiterung auf dem westlichen Balkan als eine 'Nagelprobe für Europa' bezeichnet.

Vor einem Treffen mit europäischen Außenministern in Montenegro hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) die EU-Erweiterung auf dem westlichen Balkan als eine "Nagelprobe für Europa" bezeichnet. Sie entscheide, "welchen Einfluss die EU in den nächsten Jahrzehnten" haben werde, erklärte Wadephul am Mittwochabend vor seiner Abreise in die Region. "Nur wenn wir den Westbalkanstaaten eine glaubwürdige EU-Perspektive bieten und sie enger an uns binden, sichern wir uns dauerhaft geopolitischen Spielraum."

Dabei gehe es "gegenüber geopolitischen Kontrahenten und Rivalen" um "Kerninteressen" Europas: "Sicherheit, Einfluss und Handlungsfähigkeit unseres Kontinents", betonte Wadephul. Beim EU-Beitrittsprozess müsse nun statt "kleinteiliger Forderungen" aufs Gaspedal gedrückt werden.

Montenegro stehe als "Spitzenreiter" im EU-Beitrittsprozess beispielhaft für die erfolgreiche EU-Annäherung des sogenannten Berlin-Prozesses, erklärte der Bundesaußenminister. Deutschland hatte den Prozess 2014 initiiert. Zum Westbalkan gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, das Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Alle sechs Staaten bewerben sich seit vielen Jahren um eine Mitgliedschaft in der EU.

Nach dem Treffen in Montenegros Hauptstadt Podgorica reist Wadephul am Donnerstagnachmittag nach Rom weiter. Dort ist ein Treffen mit seinem italienischen Kollegen Antonio Tajani geplant. Ein Thema des Gesprächs wird nach Angaben des Auswärtigen Amts die Unterstützung der Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland sein. Wadephul verwies in seiner Erklärung darauf, dass die Menschen in der Ukraine "nichts mehr herbeisehnen, als ein schnelles Ende des Kriegs und der Unterwerfungsfantasien" des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Wadephul besucht am Freitag außerdem den Vatikan und reist dann weiter zu seinem Antrittsbesuch nach Slowenien. Der EU-Mitgliedstaat sei eine "wichtige Brücke zwischen Mittel- und Südosteuropa", zu dem die Beziehungen "noch weiter" ausgebaut werden könnten, erklärte Wadephul.

Weitere Meldungen

Linnemann weist Pflege-Forderungen der SPD zurück: Kostendeckel wäre "gefährlich"

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat die Forderung des Koalitionspartners SPD nach einer Deckelung der Eigenanteile bei der Pflege kategorisch zurückgewiesen.

Mehr
Merz bekräftigt Reformkurs - und macht Tempo bei Arbeitsmarktreform

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat eine Abkehr vom Reformkurs seiner Regierung ausgeschlossen. "Sie sollen an meiner Entschlossenheit nicht zweifeln, dies alles jetzt auch

Mehr
Indonesien: Behörden zerstören Gefängnis-"Villen" mit Luxusausstattung

Gefängnis-"Villen" mit Bar, Pool und Fitnessstudio - diesen Luxus haben Behörden nahe der indonesischen Hauptstadt Jakarta entdeckt und zerstört. In der

Mehr

Top Meldungen

Arbeitgeber fordern mehr Einsatz der Arbeitsagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Arbeitgeber dringen angesichts der aktuellen Arbeitslosenzahlen auf verstärkte Anstrengungen der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitslose und

Mehr
Bundesnetzagentur lenkt bei E-Autos als Stromspeicher ein

Bonn (dts Nachrichtenagentur) - Bei dem Streit um die Regeln zum Einsatz von E-Autos als Stromspeicher lenkt die Bundesnetzagentur überraschend ein. Am Donnerstag will die Bonner

Mehr
Volkswagen kündigt zahlreiche Tarifverträge

Wolfsburg (dts Nachrichtenagentur) - Der Autobauer Volkswagen hat zum Ende dieses Jahres zahlreiche Tarifverträge gekündigt. Im tariflichen Überprüfungsgespräch habe die

Mehr