Finanzen

Ostbeauftragte will Grunderbe und höhere Erbschaftsteuer

  • dts - 30. September 2026
Bild vergrößern: Ostbeauftragte will Grunderbe und höhere Erbschaftsteuer
Elisabeth Kaiser (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), sieht nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Ost-West-Gefälle bei Erbschaften und Schenkungen Handlungsbedarf. "Die neuen Zahlen zeigen sehr deutlich, wie unterschiedlich die materiellen Ausgangsbedingungen in Ost und West noch immer sind", sagte Kaiser den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Mittwochsausgaben).

Wer wenig oder nichts erbe, müsse sich finanzielle Sicherheit und Vermögen stärker selbst aufbauen. "Das beeinflusst ganz konkret, welchen Spielraum Menschen haben - für Wohneigentum, eine Gründung, Weiterbildung oder einen beruflichen Neuanfang", so die Ostbeauftragte weiter.

Wer wenig oder gar nichts erbe, müsse trotzdem die Chance haben, sich etwas aufzubauen. "Die Frühstartrente ist ein erster wichtiger Schritt. Wenn sich aber die Startbedingungen für junge Menschen heute schon grundsätzlich ändern sollen, braucht es mehr. Ein Grunderbe, zum Beispiel, kann jungen Menschen unabhängig vom Elternhaus eigenes Startkapital geben. Und wir müssen darüber sprechen, wie große Erbschaften künftig gerechter besteuert werden", sagte Kaiser.

Bei steuerpflichtigen Erbschaften und Schenkungen gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. Im Jahr 2025 entfielen 95 Prozent des Gesamtwerts der steuerlich berücksichtigten Vermögensübertragungen durch Erbschaften und Schenkungen auf die westlichen Bundesländer, wie die Statistiker am Dienstag in Wiesbaden mitteilten - bei einem Anteil von 81 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Auf die ostdeutschen Bundesländer mit einem Bevölkerungsanteil von 19 Prozent entfielen demnach nur 5 Prozent.

Kaiser legt am Mittwoch ihren Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit vor.

Weitere Meldungen

Investorenbranche fürchtet Kapitalabfluss nach Linken-Sieg in Berlin

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Investoren- und Kapitalbeteiligungsbranche befürchtet nach dem Wahlsieg der Linkspartei in Berlin eine Kapitalflucht aus Deutschland.

Mehr
Paritätischer kritisiert neuen Tankrabatt

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Kurz vor dem Start am 1. Oktober kritisiert die Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbandes, Katja Kipping, den neuen Tankrabatt. "Es

Mehr
Grüne fordern Zwei-Prozent-Steuer auf Extremvermögen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Grünen wollen Vermögen ab 500 Millionen Euro mit einer neuartigen Abgabe besteuern. Dies geht aus einem Antrag hervor, den die Fraktion der

Mehr

Top Meldungen

Deutschland und Kasachstan wollen Zusammenarbeit vertiefen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der kasachische Staatspräsident Kassym-Schomart Tokajew haben bei ihrem Treffen am Dienstag in Berlin die

Mehr
Heil will Neuausrichtung der SPD

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der ehemalige Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) fordert eine Neuausrichtung seiner Partei. "Die SPD muss erkennbar dafür stehen, dass

Mehr
Studie: Bürokratieabbau könnte 250 Millionen Arbeitsstunden sparen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Ein umfassender Bürokratieabbau könnte Deutschlands reale Wirtschaftsleistung binnen fünf Jahren um 42 Milliarden Euro erhöhen. Zu diesem

Mehr