Die Vorsitzende der Linken im Bund, Ines Schwerdtner, hat Vorwürfe gegen den Berliner Landesverband aus den Reihen der Bundesregierung scharf kritisiert. "Seit dem Wahlsieg in Berlin läuft eine Kampagne gegen uns mit allen Mitteln", sagte Schwerdtner am Montag in der Hauptstadt. Deswegen gehe die Berliner Linke rechtlich nun sowohl gegen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) als auch Bundeswirtschaftsminister Katherina Reiche (CDU) vor.
Dobrindt hatte am Donnerstag an der ZDF-Talksendung "Maybrit Illner" teilgenommen. Moderatorin Illner hatte sich dabei versprochen und an einer Stelle gesagt, die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp sei "Antisemitin", korrigierte sich aber umgehend und sagte: "Sie ist keine Antisemitin." Dobrindt sagte darauf: "Na doch."
"Das ist üble Nachrede und deshalb haben Elif Eralp und unser Berliner Landesverband jetzt also auch Anzeige erstattet", sagte Schwerdtner. "Wer mit diesem schweren Vorwurf des Antisemitismus so leichtfertig um sich wirft, der schwächt den Kampf gegen den realen Antisemitismus."
Im zweiten Fall geht es um ein Video von Wirtschaftsministerin Reiche, das auf dem Instagram-Kanal ihres Ministeriums geteilt wurde. Die CDU-Politikerin hatte darin zwar nicht ausdrücklich die Linke erwähnt, aber gesagt: "Dass sich jetzt eine Partei anschickt hier in Berlin, sich nicht schämt, über Enteignung nicht nur zu sprechen, sondern ins Programm zu schreiben, die Antisemitismus offen lebt, die den Juden in dieser Stadt Angst macht, jüdisches Leben bekämpft, die die organisierte Kriminalität fröhlich auf Wahlpartys begrüßt, ist nicht nur gefährlich für die Hauptstadt, ist gefährlich für den Investitionsstandort Deutschland".
Die Berliner Linke hatte dagegen Unterlassungsklage eingereicht. "Reiche macht auf dem offiziellen Kanal des Bundeswirtschaftsministeriums mit Steuergeld Propaganda gegen die Linke", sagte Schwerdtner. Dies sei "ein Missbrauch öffentlicher Mittel". Reiche instrumentalisiere dabei "den Kampf gegen Antisemitismus, um die Interessen der Superreichen zu verteidigen, sagte Schwerdtner mit Blick auf die Vergesellschaftungspläne der Linken in Berlin. "Sie hält ihn quasi wie ein Schutzschild vor die Immobilienkonzerne".
Politik
Linken-Chefin Schwerdtner kritisiert "Kampagne mit allen Mitteln" gegen Berliner Verband
- AFP - 28. September 2026, 14:42 Uhr
Die Vorsitzende der Linken im Bund, Schwerdtner, hat Vorwürfe gegen den Berliner Landesverband aus den Reihen der Bundesregierung scharf kritisiert. 'Seit dem Wahlsieg in Berlin läuft eine Kampagne gegen uns mit allen Mitteln', sagte Schwerdtner.
Weitere Meldungen
Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hat den Papstbesuch in der deutsch-französischen Grenzregion als wichtige Geste gewürdigt. "Dass Papst Leo XIV.
MehrDie EU hat ihre Debatte über einen möglichen Notfallmechanismus als Reaktion auf hybride Angriffe Russlands fortgesetzt. Viele Länder hätten betont, dass eine solche Regelung
MehrAls erste Iranerin ist die Anwältin Nasrin Sotudeh mit dem Vaclav-Havel-Preis für Menschenrechte ausgezeichnet worden. Sotudeh, die sich gegen die Todesstrafe und gegen den
MehrTop Meldungen
Idar-Oberstein/Tübingen/Marburg (dts Nachrichtenagentur) - Die Biontech-Standorte in Idar-Oberstein, Tübingen und Marburg stehen offenbar vor dem Aus. Wie der SWR und der HR am
MehrDer Ölpreis klettert angesichts der Ungewissheit über einen Fortgang der Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein Ende des Krieges unvermindert weiter nach oben. Ein
MehrNach dem Rekordjahr 2025 wird die Kartoffelernte in Deutschland in diesem Jahr schwächer ausfallen. Ursache seien der verspätete Start der Pflanzung und die Hitze- und
Mehr














