Gesundheit

Hunderte Jungwale in Argentinien verendet - Experten vermuten bakterielle Infektion

  • AFP - 25. September 2026, 03:42 Uhr
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Rätselhaftes Walsterben in Patagonien
Bild: AFP

Im Süden Argentiniens sind in den vergangenen Wochen hunderte Walkälber verendet. Als wahrscheinlichen Grund für das rätselhafte Walsterben in Patagonien nannte ein Meeresbiologe der AFP eine bakterielle Infektion.

Im Süden Argentiniens sind in den vergangenen Wochen hunderte Walkälber verendet. Als wahrscheinlichen Grund für das rätselhafte Walsterben in Patagonien nannte der Meeresbiologe Mariano Coscarella vom argentinischen Forschungsinstitut Conicet am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP eine bakterielle Infektion. Laut Coscarella "scheint es sich um eine natürliche Ursache zu handeln". Den Einfluss menschlicher Aktivitäten schloss er dennoch "nicht gänzlich" aus.

Tierärzte fanden dem Forscher zufolge heraus, dass der Tod der Walkälber wahrscheinlich auf Wundrose, medizinisch Erysipel, zurückzuführen sei. Dabei handelt es sich um eine ernste bakterielle Hautinfektion, die Schmerzen und Fieber hervorrufen kann. 

Die Sterblichkeitsrate unter den Walkälbern sei "in dieser Saison besonders hoch", sagte Coscarella, der in Puerto Madryn forscht, einem wichtigen Zentrum für Walbeobachtung an der Atlantikküste. 

Auch in dieser Woche wurden demnach wieder dutzende Jungtiere des Südlichen Glattwals tot an die Strände der südargentinischen Provinz Chubut gespült. Bereits im Juni waren die Forscher wegen erster Fälle alarmiert. Sie befürchteten, dass das Walsterben weitergehen könnte. 

Die Regionalregierung von Chubut teilte am Mittwoch mit, sie arbeite eng mit den Wissenschaftlern zusammen, um das Rätsel um das anhaltende Walsterben zu lösen. Ersten Untersuchungen zufolge sei die Ursache ein "weit verbreitetes Meeresbakterium".

Puerto Madryn und die nahegelegene Halbinsel Valdés sind ein wichtiges Fortpflanzungsgebiet für Südliche Glattwale. Die Meeressäuger erreichen eine Länge von bis zu 17 Metern und wiegen im Schnitt 40 Tonnen - etwa so viel wie vier Elefanten. Im vergangenen Jahr wurde in dem Gebiet 2110 Walen gezählt - so viele wie noch nie. Darunter waren 800 Kälber.

In diesem Jahr zählten die Behörden laut Coscarella dagegen nur 1375 Wale, darunter fast 400 Kälber. Die Walpopulation der Region sieht der Forscher durch die jüngsten Todesfälle aber nicht gefährdet. Angesichts der durchschnittlichen Lebenserwartung des Südlichen Glattwals von gut 60 Jahren seien die Todesfälle "keine mittelfristige Gefahr".

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