Vor dem Hintergrund möglicher Koalitionsgespräche in Berlin hat die SPD von der Linkspartei ein "klares Bekenntnis gegen Antisemitismus" verlangt. Er erwarte das "nicht nur von der Spitzenkandidatin und dem Landesvorsitzenden, sondern von all den Mitgliedern, die auch in der Fraktion der Linkspartei sind", sagte der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach am Montag in Berlin. Diese Haltung habe er vor der Wahl geäußert, und sie gelte weiterhin.
Er erwarte "nicht nur Worte", sondern "gerade auch bei solchen Vorfällen wie gestern Abend Taten", führte Krach aus. Er bezog sich darauf, dass bei Wahlfeiern der Linken am Sonntagabend in Berlin der berüchtigte Clanchef Isso Remmo aufgetaucht war. Mitgliedern des Remmo-Clans werden zahlreiche Straftaten vorgeworfen.
Die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp distanzierte sich von dem Besuch Remmos. "Er war nicht eingeladen und wurde wieder rausgeschickt", sagte sie am Sonntagabend. "Mit organisierter Kriminalität haben wir nichts zu tun, die bekämpfen wir."
Eine Sprecherin der Neuköllner Linken erklärte, die Anwesenheit sei nicht bekannt gewesen, und Remmo habe nicht auf der Anmeldeliste gestanden. Es gebe "weder politische noch persönliche Beziehungen" zu Remmo.
In Berlin will die Linke Koalitionsgespräche mit SPD und Grünen führen. SPD-Chefin Bärbel Bas sagte dazu, sie vertraue darauf, dass die Berliner SPD dafür "die richtigen Entscheidungen trifft".
Sie sagte aber ebenfalls, es müsse "in der Tat geklärt sein, wenn ich sehe, wer da gestern Abend auf der Wahlparty war". Das sei eine schwierige Situation, mit einer Partei zusammenzuarbeiten, die in Teilen "antisemitisch unterwegs" sei. "Das muss man sich sehr genau überlegen", sagte Bas. Eralp müsse sich eindeutig davon distanzieren. "Und erst dann, glaube ich, kann es auch eine Zusammenarbeit geben."
Gegen Teile der Berliner Linken gibt es immer wieder Antisemitismusvorwürfe. Die Partei selbst weist das zurück und betont stets, ihr gehe es gleichermaßen um den Schütz jüdischen Lebens sowie der Palästinenser.
Politik
SPD erwartet von Berliner Linkspartei "klares Bekenntnis gegen Antisemitismus"
- AFP - 21. September 2026, 12:53 Uhr
Vor dem Hintergrund möglicher Koalitionsgespräche in Berlin hat die SPD von der Linkspartei ein 'klares Bekenntnis gegen Antisemitismus' verlangt. Für Kritik sorgte auch erneut der Besuch eines Remmo-Clan-Mitglieds bei Wahlfeiern der Linken.
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