Brennpunkte

Bab al-Mandab: Deutsche Reeder besorgt über Sicherheitslage im Roten Meer

  • AFP - 11. September 2026, 16:06 Uhr
Bild vergrößern: Bab al-Mandab: Deutsche Reeder besorgt über Sicherheitslage im Roten Meer
Schiffe nahe der Meerenge Bab al-Mandab
Bild: AFP

Die deutschen Reeder haben sich besorgt über die Sicherheitslage für die Schifffahrt im Roten Meer gezeigt, nachdem die jemenitischen Huthi-Rebellen die Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab übernommen haben.

Die deutschen Reeder haben sich besorgt über die Sicherheitslage für die Schifffahrt im Roten Meer gezeigt. "Mit der Einnahme der Insel Mayyun durch die mit dem Iran verbündeten Huthi wächst die Bedrohung am strategisch wichtigen Bab al-Mandab erheblich", erklärte der Verband Deutscher Reeder (VDR) am Freitag. "Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passieren, steigt das Risiko; für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, rückt eine Rückkehr auf die direkte Route durch das Rote Meer in noch weitere Ferne."

Der Reeder-Verband betonte die Bedeutung der Meerenge: "Über das Rote Meer und den Suezkanal verläuft die kürzeste Seeverbindung zwischen Asien und Europa. Transportiert werden dort nicht nur Öl und andere Energieträger, sondern auch Elektronik, Maschinen und Bauteile, Lebensmittel, Kleidung sowie Medikamente und pharmazeutische Vorprodukte." Die Sicherheit des Seewegs sei für die Versorgung Deutschlands und Europas "von enormer Bedeutung", erklärte VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger.

Die pro-iranische Huthi-Miliz hatte am Freitag mitgeteilt, die Kontrolle über das Gebiet von Bab al-Mandab um die wichtige Schifffahrtsstraße ins Rote Meer übernommen zu haben. Sie versicherte zugleich, für die internationale Schifffahrt bestehe überwiegend kein Grund zur Sorge: "Die Schifffahrt ist für alle Reedereien sicher, mit Ausnahme saudiarabischer Schiffe, denen der Zugang bereits untersagt wurde."

"Die Huthi haben ihren Drohungen gegen Handelsschiffe bereits mehrfach Taten folgen lassen", erklärte hingegen der VDR. "Viele Reedereien meiden die Region deshalb und nehmen den deutlich längeren Umweg um das Kap der Guten Hoffnung in Kauf."

Die Rohöl-Analysten Martha Tallas von der Preisberichtsagentur Argus Media hält die Auswirkungen auf den Ölmarkt durch die Entwicklung um Bab al-Mandab für eher gering. Lieferungen von Saudi-Arabien nach Europa seien dadurch nicht beeinträchtigt. Riad brauche die Route zwar für Lieferungen nach Asien, doch die Zahl der Durchfahrten sei wegen Drohungen der Huthi schon vorher sehr gering gewesen. Die weitere Eskalation am Roten Meer "führt jedoch zu einer weiteren Unsicherheit in einem ohnehin schon instabilen Markt und könnte zu einem erneuten Preisanstieg beitragen", erklärte Tallas.

Weitere Meldungen

Bosnien fordert EU-Sanktionen gegen Serbien - Kritik an Vucic

Sarajevo (dts Nachrichtenagentur) - Der bosnische Außenminister Elmedin Konakovic hat europäische Sanktionen gegen die serbische Führung um Staatspräsident Aleksandar Vucic

Mehr
Vor Brics-Gipfel: Indiens Premier empfängt Putin und Peseschkian

Vor Beginn eines Treffens der Brics-Staatengruppe in Neu Delhi ist Indiens Regierungschef Narendra Modi bereits zu bilateralen Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir

Mehr
Internationales Auschwitz-Komitee pocht auf AfD-Verbotsprüfung

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Die Holocaust-Überlebende und Präsidentin des Internationalen Auschwitz-Komitees Eva Umlauf hat den Ministerpräsidenten von

Mehr

Top Meldungen

Schwesig sieht in Benzinpreis-Politik Grund für AfD-Ergebnis

Schwerin (dts Nachrichtenagentur) - Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), macht die Benzinpreis-Politik der Bundesregierung

Mehr
US-Inflationsrate bleibt im August bei 3,4 Prozent

Washington (dts Nachrichtenagentur) - In den USA ist die Inflationsrate im August 2026 bei 3,4 Prozent geblieben. Das teilte die US-Statistikbehörde am Freitag mit. Gegenüber

Mehr
Bund und Länder wollen Baukosten mit neuer Plattform senken

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) erwartet, dass die Baukosten in Deutschland auch dank einer neuen Plattform von Bund und Ländern für

Mehr