Politik

Nach Anschlägen auf Stromversorgung: Verdächtiger in Untersuchungshaft

  • AFP - 9. September 2026, 16:48 Uhr
Bild vergrößern: Nach Anschlägen auf Stromversorgung: Verdächtiger in Untersuchungshaft
Justitia
Bild: AFP

Nach den Anschlägen auf Umspannwerke und Sabotageversuchen an der Stromversorgung in mehreren Bundesländern sitzt der 48-jährige Tatverdächtigen nun in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Aachen setzte den Haftbefehl gegen den Mann in Vollzug.

Nach den Anschlägen auf Umspannwerke und Sabotageversuchen an der Stromversorgung in mehreren Bundesländern sitzt der 48-jährige Tatverdächtigen nun in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Aachen habe den Haftbefehl gegen den Mann am Mittwoch in Vollzug gesetzt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus der Nachrichtenagentur AFP. Er werde nun in eine Justizvollzugsanstalt in der Region gebracht und zu einem späteren Zeitpunkt nach Cottbus überstellt.

Derzeit ermittle die Staatsanwaltschaft wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel und Störung öffentlicher Betriebe, sagte der Sprecher. Ob auch wegen verfassungsfeindlicher Sabotage ermittelt werde, sei noch zu prüfen. Die Staatsanwaltschaft Cottbus sei nur für den Vorfall in Jänschwalde in Brandenburg zuständig, betonte der Sprecher.

Der 48-Jährige war am Dienstag nahe dem Kraftwerk Weisweiler in Nordrhein-Westfalen gefasst worden. Er steht im Verdacht, für mehrere Sabotageversuche auf die Stromversorgung in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen verantwortlich zu sein.

Die mutmaßliche Sabotageserie begann am Dienstag vergangener Woche mit Anschlägen auf Umspannwerke bei Jänschwalde und Bergheim in Nordrhein-Westfalen. Weitere Sabotageversuche wurden anschließend auch in Sachsen sowie unter anderem in den nordrhein-westfälischen Städten Dormagen und Weisweiler entdeckt.

Laut Polizei und Netzbetreibern soll der 48-Jährige teils Abschussvorrichtungen eingesetzt haben, mit denen leitfähiges Material mithilfe pyrotechnischer Geschosse auf die Höhe von Stromleitungen gebracht wurde. Dadurch sollen eine Erdung und schließlich ein Kurzschluss ausgelöst worden sein.

Am Donnerstag vergangener Woche wurden laut Ermittlerangaben Bekennerschreiben des 48-Jährigen bekannt, welche die Behörden als authentisch einstuften. In den Schreiben begründete er die Anschläge mit Kritik an der Energieerzeugung mit fossilen Brennstoffen.

Bei seiner Festnahme am Dienstagvormittag hatte der Mann laut Ermittlern weitere Sprengmittel dabei. Widerstand leistete er nicht. Im Umfeld des Kraftwerks Weisweiler stießen die Beamten auf ein Zelt im Unterholz, das mit weiteren Sprengladungen versehen war.

Weitere Meldungen

Brasiliens Präsident Lula veröffentlicht erstmals Selfie-Video in Onlinediensten

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva besitzt kein Handy und belächelt immer wieder die "Wisch-Tippen"-Generation - nun hat er knapp drei Wochen vor der

Mehr
Proteste in Izmir nach Wechsel des Bürgermeisters zur Regierungspartei AKP

Nach dem Parteiwechsel des Bürgermeisters von Izmir zur islamisch-konservativen AKP haben in der westtürkischen Metropole mehr als tausend Menschen gegen diesen Schritt

Mehr
Von Zwangsräumung betroffene Spanierin Maricarmen gestorben

Die Zwangsräumung ihrer Wohnung in der spanischen Hauptstadt Madrid hatte landesweite Massenproteste und schließlich Neuwahlen ausgelöst: Nun ist die 87-jährige Maricarmen

Mehr

Top Meldungen

SPD und Grüne kritisieren EVP-Antrag gegen "Made in Europe"-Regeln

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - SPD und Grüne haben einen Antrag aus der EVP-Fraktion im Bundestag kritisiert, in dem die von der EU-Kommission vorgeschlagenen "Made in

Mehr
Merz beharrt auf Abschaffung von Rente mit 63

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekräftigt die Abschaffung der sogenannten "Rente mit 63". "In Wahrheit ist das Ende der abschlagsfreien

Mehr
CCS-Experte kritisiert Reiches Pläne für CO2-Endlager unter Nordsee

Hamburg (dts Nachrichtenagentur) - Wissenschaftler des Forschungsverbunds Geostor sowie Umweltschützer kritisieren die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche

Mehr