Wirtschaft

Ölpreis wieder über 100 Dollar - Spritpreise binnen einer Woche stark gestiegen

  • AFP - 9. September 2026, 16:03 Uhr
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Spritpreise an einer Autobahntankstelle Ende Juli
Bild: AFP

Die Preise an den deutschen Tankstellen sind in den vergangenen Tagen weiter deutlich gestiegen. Aktuell koste ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel 2,259 Euro und damit 7,6 Cent mehr als in der Vorwoche, teilte der ADAC mit.

Der Iran-Krieg sorgt wieder für steigende Ölpreise: Am Mittwoch sprang der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent erstmals seit Juli wieder über 100 Dollar. Die US-Sorte WTI lag bei über 95 Barrel pro Barrel. An den Tankstellen in Deutschland kletterten die Preise für Benzin und Diesel bereits in den vergangenen Tagen deutlich. 

Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent sprang am Mittag auf 100,89 Dollar pro Barrel (159 Liter), für die Sorte WTI lag er bei 95,57 Dollar. Bereits im März war der Ölpreis infolge des Iran-Kriegs auf über 100 Dollar gestiegen. Im April erreichte der Brent-Kurs mit rund 117 Dollar pro Barrel seinen bisherigen Jahreshöchststand. Ab Mai sank er wieder und lag seit Ende Juli durchgehend unterhalb von 100 Dollar. 

Der von den USA und Israel Ende Februar begonnene Krieg gegen den Iran wirkt sich massiv auf Transportwege und die Ölinfrastruktur in der Region aus. In dieser Woche beschossen die USA mehrere iranische Öltanker. Der Iran verstärkte daraufhin seine Angriffe auf US-Ziele in der Golfregion. Die Märkte gehen nun davon aus, dass die für den Transport von Öl und Flüssigerdgas wichtige Straße von Hormus voraussichtlich für längere Zeit de facto unpassierbar bleiben wird. 

Die hohen Ölpreise sorgen für hohe Spritpreise: Aktuell kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel 2,259 Euro und damit 7,6 Cent mehr als in der Vorwoche, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte. Diesel verteuerte sich demnach um fast neun Cent auf 2,321 Euro pro Liter. 

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte in Berlin, die Preise für Rohöl und Rohölprodukte seien "volatil": "Wir beobachten Steigungen, aber auch immer wieder Rückgänge." 

Einen von der SPD geforderten Preisdeckel nannte die Sprecherin von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) "hochgradig komplex". Es wäre demnach "mit wahnsinnig großem bürokratischem Aufwand verbunden", Preisobergrenzen zu ermitteln. Denn "wenn man die Grenze zu hoch legt, dann bleibt eine solche Grenze im Zweifel wirkungslos und könnte auch Tankstellenbetreiber durchaus dazu verleiten, diese Preise auch aufzurufen". Und wenn sie zu niedrig angesetzt sei, "hat man das Problem, dass gerade Tankstellen, beispielsweise im ländlichen Raum oder mit höheren Kosten, die Kraftstoffe nicht mehr kostendeckend anbieten können." Die Folge wäre "im Zweifel" ein Versorgungsproblem.

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hatte erst am Montag wieder einen Preisdeckel für Kraftstoffe gefordert. Zudem verlangte er eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. 

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