Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Grünen-Chef Felix Banaszak hat Bundeskanzler Friedrich Merz vorgeworfen, sich im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt von den Bürgern zu entfernen. "Friedrich Merz macht Wahlkampf ohne Wähler", sagte Banaszak den Sendern RTL und ntv. "Das kann man machen, wenn man Angst vor den Bildern hat und vielleicht auch mal eine negative Reaktion bekommt."
Wenn man sich im Wahlkampf vor den Wählern verstecke, dann werde man die Entfremdung zwischen den Bürgern und der Politik nicht verringern, sondern im Zweifel wieder vergrößern, sagte Banaszak. Auch sein Wahlkampf sei nicht frei von Konfrontation. Wenn man negative Begegnungen fürchte und deshalb positive nicht mehr suche, gelte: "Dann darf man sich nicht wundern, wenn am Ende andere ihren Honig daraus saugen."
Die Merz-Äußerung, Sachsen-Anhalt dürfe kein "Experimentierfeld für Wutbürger" werden, vertiefe aus seiner Sicht die Entfremdung. "Nicht 40 Prozent sind rechtsextreme Wutbürger. Da sind viele mit einer großen Entfremdung vom demokratischen System", so Banaszak. Die Entfremdung bekomme man nicht dadurch weg, dass man die Menschen pauschal beschimpfe. Man müsse mit ihnen ins Gespräch gehen und gleichzeitig für seine Werte und seine Positionen einstehen.
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Grünen-Chef wirft Merz "Wahlkampf ohne Wähler" vor
- dts - 1. September 2026, 08:59 Uhr
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