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Schlussplädoyers im Mordfall Tupac Shakur - Jury-Urteil in Kürze erwartet

  • AFP - 1. September 2026, 01:02 Uhr
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Bei einer Verurteilung droht Duane Davis lebenslange Haft
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Nach den Schlussplädoyers im Prozess um den Mord an dem legendären US-Rapper Tupac Shakur vor 30 Jahren hat sich eine Geschworenenjury am Montag zur Beratung zurückgezogen. Das Urteil wird in Kürze erwartet.

Nach den Schlussplädoyers im Prozess um den Mord an dem legendären US-Rapper Tupac Shakur vor 30 Jahren hat sich eine Geschworenenjury am Montag zur Beratung zurückgezogen. Staatsanwalt Binu Palal argumentierte am Montag in seinem Schlussplädoyer, der Angeklagte Duane Davis habe die Tat angeordnet. Die Verteidigung erklärte dagegen, es gebe außer Davis' eigenen Aussagen keinerlei Beweise, die ihn mit dem Mord an Shakur in Verbindung brächten. Das Urteil wird in Kürze erwartet.

Der Mord an Shakur gehört zu den bekanntesten ungelösten Verbrechen in den USA, der mit Spannung erwartete Prozess hatte im August begonnen. Davis wird vorgeworfen, den Mord an dem Hip-Hop-Künstler in Auftrag gegeben zu haben, weil sein Neffe zuvor in einem Casino in Las Vegas von Mitgliedern aus Shakurs Gefolge zusammengeschlagen worden sei. 

"Duane Davis konnte das in der Gang-Kultur nicht einfach so hinnehmen", sagte Staatsanwalt Binu Palal in seinem Plädoyer. "Was tat er also? Er besorgte sich eine Schusswaffe, trommelte seine Gruppe zusammen und machte sich auf die Jagd nach Herrn Shakur."

Shakur war 1996 im Alter von 25 Jahren im Glücksspielparadies Las Vegas im Bundesstaat Nevada getötet worden. Der auch als 2Pac bekannte Musiker war eine herausragende Persönlichkeit in der damals tobenden erbitterten Fehde zwischen Hip-Hop-Musikern von der West- und der Ostküste der USA.

Der mit Hits wie "California Love" und "All Eyez on Me" bekannt gewordene Shakur wuchs zwar im New Yorker Stadtteil Harlem und in Baltimore an der Ostküste auf. Er unterzeichnete jedoch einen Vertrag mit der Plattenfirma Death Row Records aus der Westküstenmetropole Los Angeles und wurde rasch zum Inbegriff des kalifornischen "Bad Boy".

Im Prozess ging es vor allem um die Fehde zwischen Death Row Records und der von Sean "Diddy" Combs gegründeten Ostküsten-Plattenfirma Bad Boy Records. Den Ermittlern zufolge stand Death Row Records unter dem Schutz der Gang Mob Piru. Bad Boy Records wiederum heuerte die vom Angeklagten Davis geführte rivalisierende Gang South Side Compton Crips als Leibwächter an.

Den Ermittlungen zufolge schlugen Shakur und Death-Row-Records-Boss Marion "Suge" Knight am Abend des 7. September 1996 den Neffen von Crips-Boss Davis zusammen. In der selben Nacht überholte dann ein weißer Cadillac mit Davis, dessen Neffen und weiteren Insassen an Bord Shakurs Wagen in Las Vegas. Aus dem Cadillac heraus wurden mehrere Schüsse abgefeuert, Shakur wurde tödlich verletzt.

Wegen mangelnder Beweise kamen die Ermittlungen zum Mord an Tupac Shakur jahrzehntelang kaum voran. Dies änderte sich 2019, als Davis seine Memoiren veröffentlichte. Darin schilderte er, dass er am fraglichen Abend vorn im Cadillac saß und den Männern auf der Rückbank eine Pistole gab. Wer genau schoss, schrieb Davis nicht. Alle anderen Männer, die damals mit ihm in dem Auto saßen, sind inzwischen tot.

Im September 2023 wurde Davis schließlich festgenommen. Er distanziert sich inzwischen von den Angaben in seinen Memoiren und beteuert seine Unschuld. In einem aus dem Gefängnis heraus gegebenen Interview sagte er dem Sender ABC, die Ermittler könnten ihm noch nicht einmal nachweisen, dass er in der Tatnacht in Las Vegas gewesen sei. Stattdessen sei er in der Tatnacht in Los Angeles gewesen. Seine eigenen Memoiren habe er nie gelesen.

Davis' Verteidiger Michael Sanft bezeichnete die Geständnisse seines Mandanten nun als Fiktion und Lügen, die teilweise dazu dienten, dessen Buch zu bewerben. "Sie lesen ein Buch, das Fiktion ist und keine Tatsachen wiedergibt", argumentierte Sanft am Montag in seinem Schlussplädoyer vor der Geschworenenjury. Die Anklage dagegen poche darauf, dass es sich dabei "gewissermaßen um ein Geständnis handelt". 

Im Vorfeld des Prozesses hatten Davis' Anwälte vergeblich versucht, die Einführung des Buches sowie von Äußerungen, die er 2008 in einem Gespräch mit der Polizei gemacht hatte, als Beweismittel zu verhindern. Im Falle einer Verurteilung droht Davis eine lebenslange Haftstrafe ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung.

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