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Verlorener Prozess: Prinz Harry und weitere Kläger müssen 9,5 Millionen Pfund zahlen

  • AFP - 21. August 2026, 17:22 Uhr
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Prinz Harry vor dem Londoner High Court
Bild: AFP

Nach ihrer gescheiterten Klage gegen den Boulevardzeitungsverlag ANL wegen fragwürdiger Recherchemethoden müssen der britische Prinz Harry und weitere Prominente dem Verlag Prozesskosten in Höhe von mindestens 9,5 Millionen Pfund zurückzahlen.

Nach ihrer gescheiterten Klage gegen den Boulevardzeitungsverlag ANL wegen fragwürdiger Recherchemethoden müssen der britische Prinz Harry und weitere Prominente dem Verlag Prozesskosten in Höhe von mindestens 9,5 Millionen Pfund (elf Millionen Euro) zurückzahlen. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Gerichtsentscheidung hervor. Die Prominenten hatten dem Verlag der "Daily Mail" und der "Mail on Sunday" vorgeworfen, Privatdetektive angeheuert zu haben, um Autos und Wohnungen zu verwanzen sowie illegal private Telefongespräche abzuhören, konnten ihre Vorwürfe nach Ansicht des Gerichts jedoch nicht ausreichend belegen. 

Die Taten waren den Klägern zufolge zwischen 1993 und 2018 begangen worden. Die Mediengruppe Associated Newspapers Ltd. (ANL) weist die Anschuldigungen zurück. Nach einem emotionalen elfwöchigen Prozess Anfang des Jahres entschied der Richter Matthew Nicklin vom High Court London im Juli zu Gunsten des Verlags. Zu den mit ihrer Klage gegen ANL gescheiterten Prominenten gehören neben Prinz Harry unter anderem Popstar Elton John sowie dessen Ehemann David Furnish und die Schauspielerinnen Sadie Frost und Elizabeth Hurley.

Bei der jetzt angeordneten Prozesskostenübernahme handelt es sich nach Angaben des Gerichts um eine vorläufige Summe. Die Anwälte des beklagten Verlags hatten gefordert, die gescheiterten Kläger sollten einen größeren Anteil der Prozesskosten in Höhe von insgesamt 34 Millionen Pfund (45 Millionen Euro) übernehmen als üblich; der Verlag forderte eine erste Zahlung binnen zwei Wochen.

Richter Matthew Nicklin verpflichtete nun die Kläger dazu, bis zum 28. August eine erste Zahlung in Höhe von 9,5 Millionen Pfund zu leisten. Er lehnte einen Antrag der Kläger auf Begrenzung des von ANL einforderbaren Betrags ab - bezeichnete allerdings die von dem Verlag angegebenen Prozesskosten in Höhe von 34,5 Millionen Pfund als "außergewöhnlich hoch" und "weitgehend unbelegt". Es stelle sich die Frage, ob alle von ANL angegebenen Kosten zu seiner Verteidigung angemessen und begründet seien, erklärte der Richter. Die endgültige Höhe der Entschädigung soll zu einem späteren Zeitpunkt gerichtlich festgelegt werden.  

Ein Sprecher von ANL begrüßte die Entscheidung als "glänzenden Sieg für die '(Daily) Mail' und ihren Journalismus". Die "skandalösen Anschuldigungen" der sieben Kläger hätten "niemals erhoben werden dürfen", betonte der Sprecher.

Bei dem im Januar begonnenen Prozess hatten die Anwälte von Prinz Harry "substantielle" Entschädigungszahlungen des Medienkonzerns an ihren Mandanten und die sechs übrigen Klägerinnen und Kläger verlangt. Prinz Harry warf den ANL-Medien in einer emotionalen Aussage vor Gericht vor, das Leben seiner Frau Meghan "zur Qual" gemacht zu haben. Er selbst habe sich wegen der Verfolgung durch die Medien "paranoid" gefühlt. Nach seiner Niederlage im Prozess im Juli hatte Prinz Harry das Urteil als "schockierend" beklagt.

Prinz Harry hat nicht zuletzt wegen des Todes seiner Mutter Prinzessin Diana 1997 bei einem Autounfall auf der Flucht vor Paparazzi ein schwieriges Verhältnis zu den Medien. Der Herzog von Sussex und seine Frau Meghan hatten sich 2020 von ihren royalen Pflichten zurückgezogen. Das Paar lebt mit seinen beiden Kindern in Meghans Heimat Kalifornien. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Harry und Meghan noch in diesem Monat nach Großbritannien zurückkehren und ihre Kinder ab September dort zur Schule gehen werden. 

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