In Indonesien haben Waldbrände in diesem Jahr bereits mehr als 200.000 Hektar Land verwüstet - 95.000 Hektar allein im Juli. Das Schlimmste stehe aber noch bevor, da die Brandsaison gerade erst begonnen habe, warnte das Forstministerium am Donnerstag. "Es ist schwer. Wir müssen durchhalten, denn September und Oktober werden sehr trocken sein", sagte Ministeriumsvertreter Yudho Shekti Mustiko.Â
Durch Feuer verursachter Rauch hing am Donnerstag über weiten Teilen der Insel Borneo, insbesondere über Palangkaraya, der Hauptstadt von Zentralkalimantan. Der Bürgermeister der Hauptstadt forderte die Menschen auf, zuhause zu bleiben und eine Maske zu tragen. Autofahrer mussten sich auf eine extrem schlechte Sicht einstellen.Â
Der Forstminister Raja Juli Antoni hatte am Mittwoch erklärt, dass Experten das Auftreten von Wolken beobachten, um gegebenenfalls künstlichen Regen zu erzeugen. Dabei werden durch Flugzeuge oder Drohnen die Substanzen wie Silberjodid in großer Höhe in die Wolken eingebracht, die dann Niederschläge erzeugen.
Experten machen für die Waldbrände auch menschliches Handeln verantwortlich. "Das Ausmaß der Brände heute ist auch das Ergebnis von vier Jahrzehnten Abholzung, die weite Gebiete in Pulverfässer verwandelt haben", sagt David Gaveau, Gründer der Website "Nusantara Atlas", die die Abholzung in der Region überwacht. "Nur Regen wird die Brände stoppen, aber das ist vor November unwahrscheinlich", fügt er hinzu.
Die Brände hatten auch schon den malaysischen Teil von Borneo in dichten Rauch gehüllt. Im sechs Gebieten des Bundesstaates Sarawak wurden die Menschen aufgefordert, aufgrund der verschmutzten Luft zu Hause zu bleiben.
Die Waldbrandsaison wird in diesem Jahr durch das Wetterphänomen El Niño verstärkt, das die Dürre noch verschärft. Die von Bränden betroffene Fläche ist bereits größer als bei den vorherigen El-Niño-Ereignissen in den Jahren 2019 und 2023. Den Rekord von 2015 hat sie aber noch nicht erreicht. Damals vernichteten die Flammen Millionen Hektar Land.Â
Beim natürlich auftretenden Wetterphänomen El Niño erwärmt sich die Wasseroberfläche im Pazifik, was weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge hat. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. Üblicherweise tritt das Phänomen alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert zwischen neun und zwölf Monate an.
Brennpunkte
Indonesien: Waldbrände zerstörten 2026 schon 200.000 Hektar - Das Schlimmste kommt noch
- AFP - 20. August 2026, 18:09 Uhr
In Indonesien haben Waldbrände in diesem Jahr bereits mehr als 200.000 Hektar Land verwüstet - 95.000 Hektar allein im Juli. Das Schlimmste stehe aber noch bevor, da die Brandsaison gerade erst begonnen habe, warnte das Forstministerium.
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