Technologie

Nach KI-Hackerangriff: OpenAI kündigt stärkere interne Kontrollen an

  • AFP - 19. August 2026, 08:01 Uhr
Bild vergrößern: Nach KI-Hackerangriff: OpenAI kündigt stärkere interne Kontrollen an
OpenAI-Logo
Bild: AFP

Nach dem unkontrollierten Hackerangriff durch Künstliche Intelligenz Mitte Juli hat OpenAI stärkere interne Kontrollen angekündigt. Der geplante größte Testlauf eines KI-Modells in der Firmengeschichte solle verschoben werden, teilte der Konzern mit.

Nach dem unkontrollierten Hackerangriff durch Künstliche Intelligenz (KI) Mitte Juli hat das US-Unternehmen OpenAI stärkere interne Kontrollen angekündigt. Der geplante größte Testlauf eines KI-Modells in der Unternehmensgeschichte werde verschoben, teilte der Konzern am Dienstag (Ortszeit) mit. Vorher solle überprüft werden, ob sich das Modell wie geplant verhalte.

"Wir haben immer gesagt, dass wir handeln würden, wenn wir den Eindruck haben, dass die Fähigkeiten der Modelle das Tempo von Sicherheit und Anpassung überholen", erklärte OpenAI-Chef Sam Altman.

Das Unternehmen hatte im Juli bekannt gegeben, dass sich ein KI-Agent während eines Sicherheitstests selbständig mit dem Internet verbunden und einen Hackerangriff auf die Programmierplattform Hugging Face unternommen habe. Es habe sich um einen "nie dagewesenen Cybervorfall" gehandelt, erklärte das Unternehmen. 

Der Vorfall ereignete sich laut OpenAI bei einem Testlauf mehrerer leistungsfähiger KI-Modelle. Zur Sicherheit war bei dem Test der Internetzugang eingeschränkt - doch dem Agenten gelang es, eigenständig ins Netz zu gelangen und den Cyberangriff zu starten.

OpenAI setzte nach dem Angriff das Training seiner neuesten Modelle für zwei Wochen aus und fuhr anschließend unter strengeren Auflagen fort. Ein Großteil der Arbeiten an "Astra" - dem nächsten großen Modell des Unternehmens - bleibt ausgesetzt. OpenAI hatte Anfang August festgestellt, dass das Modell unter Umständen selbstständig Hackerangriffe starten könnte. Die internen Regeln im Unternehmen sehen in diesem Fall vor, dass stärkere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

OpenAI teilte am Dienstag außerdem mit, dass es ein neues System entwickele, um Einblicke in die internen Prozesse der Modelle zu gewinnen. Im Fall von Auffälligkeiten soll innerhalb von 30 Minuten die menschliche Aufsicht eingeschaltet werden. Allerdings führt dies zu 20 Prozent mehr benötigter Rechenleistung.

Zudem zeigen eigene Untersuchungen des Unternehmens aus dem Jahr 2025 die Grenzen dieses Ansatzes auf: Ein Modell, das weiß, dass es überwacht wird, kann lernen, seine Absichten zu verbergen.

OpenAI hat einen detaillierten technischen Bericht zum Hugging-Face-Vorfall versprochen. Am Dienstag erklärte es, dieser werde "in den kommenden Wochen" veröffentlicht.

Weitere Meldungen

Wettbewerbsregeln: Apple gibt Druck aus Brüssel nach und ändert App Store

Apple gibt dem Druck aus Brüssel nach und ändert die Regeln seines App Stores. Der iPhone-Hersteller kündigte am Dienstag eine Reihe von Änderungen an, mit denen die

Mehr
Benachteiligung von Drittanbieter-Apps: Kartellamt akzeptiert Apples Änderungen

Das Bundeskartellamt hat von Apple angebotene Änderungen bei Datenschutzvorgaben für App-Anbieter akzeptiert. Die Abfragefenster für die Einwilligung zur werblichen Nutzung

Mehr
Ifo-Umfrage: Viele Unternehmen sehen Möglichkeit für sinkende Löhne durch KI

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) könnte laut einer Umfrage künftig die Löhne sinken lassen: Wie das Ifo-Institut am Mittwoch in München mitteilte, erwarten viele

Mehr

Top Meldungen

Jedes vierte Unternehmen fürchtet um Wettbewerbsfähigkeit

München (dts Nachrichtenagentur) - Jedes vierte Unternehmen in Deutschland (25,4 Prozent) fürchtet, auf Märkten außerhalb der EU an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Das

Mehr
Constantin stoppt geplante "Päpstin"-Serie kurz vor Drehbeginn

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Constantin Film hat die Vorbereitungen für die geplante Fernsehserie "Die Päpstin" gestoppt. Das bestätigte das Münchner Unternehmen

Mehr
SoVD fordert Senkung der Stromsteuer

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der hohen Energiepreise fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) eine Senkung der Stromsteuer. "Die Bundesregierung darf die

Mehr