Brennpunkte

Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären

  • dts - 15. August 2026, 08:32 Uhr
Bild vergrößern: Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären
Donald Trump (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Long Island (dts Nachrichtenagentur) - US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, die Straße von Hormus zu "Territorium der Vereinigten Staaten" zu erklären. Die Drohung äußerte er in einer Rede vor Polizeischülern auf Long Island im Bundesstaat New York. Seine Regierung bemüht sich unterdessen weiterhin vergeblich um ein Ende des Krieges gegen den Iran.

Die Wasserstraße gilt als einer der wichtigsten Engpässe des Welthandels; normalerweise wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölexporte auf dem Seeweg durch sie transportiert. Trump kündigte an, die Meerenge "ziemlich bald" zu US-Gebiet zu erklären.

Die Äußerung fällt in eine Zeit, in der die Friedensgespräche mit Teheran festgefahren sind. Der Iran weigert sich, die seit dem Beginn des US-israelischen Angriffs im Februar fast vollständig gesperrte Route wieder zu öffnen. Auch nach fast sechs Monaten Krieg zeichnet sich keine Einigung ab. Die USA versuchen, den Iran durch eine Blockade seiner Häfen und Schifffahrt wirtschaftlich unter Druck zu setzen.

Trump sagte derweil: "Nachdem wir mit der Niederlage des Iran fertig sind, der sehr schlimm besiegt wird, werde ich ziemlich bald die Straße von Hormus zu einem Territorium der Vereinigten Staaten erklären." Er fügte hinzu: "Im Wesentlichen ist es das, was es ist. Wir haben die Blockade. Keine Schiffe kommen durch, es sei denn, wir wollen es."

Wie ernst die Ankündigung gemeint ist und ob sie eine neue politische Linie der Regierung darstellt, blieb zunächst unklar.

Der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi sagte, Teheran lasse sich von Drohungen oder militärischer Machtdemonstration nicht einschüchtern. Die Straße von Hormus stehe allein unter iranischer Kontrolle.

Außenminister Abbas Araqchi erklärte, der Iran habe noch nicht über eine Wiederaufnahme der Gespräche mit Washington entschieden. Die Kontakte über Katar und Pakistan seien keine Verhandlungen. Gespräche mit Oman dienten lediglich der Definition einer Seeroute. Die USA müssten Bedingungen erfüllen, damit die Schifffahrt wieder aufgenommen werden könne.

Bereits zuvor hatte Trump behauptet, die USA hätten die "totale Kontrolle" über die Meerenge, die internationales Gewässer ist und an den Iran und Oman grenzt.

Seit Kriegsbeginn sind die Benzinpreise stark gestiegen. Trump verteidigte die Belastung für die Verbraucher: Wer "ein winziges bisschen mehr" zahle, tue dies, um zu verhindern, dass ein "sehr böses Land" eine Atomwaffe erhalte. Er werde sich dafür nicht entschuldigen.

Die US-Regierung hat in den vergangenen Monaten wiederholt den Sieg im Krieg verkündet und behauptet, das iranische Regime bitte um eine Einigung. Teheran fordert hingegen unter anderem eine "Korrektur" des US-Verhaltens, vollständige Entschädigung für Kriegsschäden, die Aufhebung der Sanktionen und die bedingungslose Freigabe eingefrorener Vermögenswerte.

Weitere Meldungen

Durchhalteparolen für IS-Mitglieder: Haftstrafe für deutsche Sympathisantin

Eine deutsche IS-Sympathisantin ist in Düsseldorf zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Oberlandesgericht sah es in seinem Urteil vom Freitag als erwiesen an, dass Nadine D.

Mehr
Zahl der Toten bei Erdbeben in Indonesien steigt auf 51

Die Zahl der Todesopfer bei dem Erdbeben vor der Küste der Insel Flores im Osten Indonesiens ist auf 51 gestiegen. 132 weitere Menschen wurden nach Angaben der Einsatzkräfte

Mehr
Zwölf Menschen bei Busunglück in Ungarn gestorben

In Ungarn sind offiziellen Angaben zufolge in der Nacht zwölf Menschen bei einem Busunglück ums Leben gekommen. Mindestens zehn weitere Menschen seien schwer verletzt worden,

Mehr

Top Meldungen

Niedrigwasser setzt Chemieindustrie unter Druck

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Niedrigwasser der Flüsse setzt nach Einschätzung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) vor allem die chemische Industrie unter

Mehr
SPD-Minister fordern Aktionsprogramm gegen Hitze

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die SPD-geführten Ministerien in der schwarz-roten Koalition gehen mit einem Aktionsprogramm gegen die Hitze in die Offensive und üben Druck

Mehr
Grimm fürchtet "Enteignungsfantasien"

Nürnberg (dts Nachrichtenagentur) - Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt vor schwerwiegenden Folgen der Debatte um die Enteignung von Immobilienkonzernen. "Wenn

Mehr