Wirtschaft

Niedrigwasser: Rumänien beginnt Abschaltung von Atomkraftwerk

  • AFP - 13. August 2026, 10:35 Uhr
Bild vergrößern: Niedrigwasser: Rumänien beginnt Abschaltung von Atomkraftwerk
Ausgetrocknetes Donau-Flussbett im rumänischen Dorf Rasova
Bild: AFP

In Rumänien hat die Abschaltung des einzigen Atomkraftwerks des Landes wegen historisch niedriger Pegelstände der Donau begonnen. Das Atomkraftwerk benötigt das Wasser der Donau zum Kühlen.

In Rumänien hat am Donnerstagmorgen die Abschaltung des einzigen Atomkraftwerks des Landes wegen historisch niedriger Pegelstände der Donau begonnen. Nach der Abschaltung des ersten Reaktors des Atomkraftwerks Cernavoda Ende Juli müsse "aufgrund des erheblichen und anhaltenden Rückgangs des Wasserstands der Donau" nun auch der zweite Reaktor heruntergefahren werden, teilte das staatliche Atomenergieunternehmen Nuclearelectrica mit. Das Atomkraftwerk benötigt das Wasser der Donau zum Kühlen.

Die rumänische Regierung hatte die Abschaltung zuvor angekündigt. Es ist das erste Mal seit einer Dürre im Jahr 2003, dass das Akw vollständig heruntergefahren wird. Damals wurde der Betrieb für mehrere Wochen eingestellt.

Das Akw steht gewöhnlich für etwa ein Fünftel der rumänischen Stromproduktion. Alternativen wie die Windkraft sollen nun den Bedarf decken, die rumänischen Behörden haben zu einem "verantwortungsvollen Verbrauch" aufgerufen. Angaben dazu, wann mit einem erneuten Hochfahren des Akws gerechnet wird, machten sie nicht.

Ursprünglich sollte der zweite Reaktor bereits vor rund zwei Wochen heruntergefahren werden. Doch unter anderem durch Ausbaggerungen konnte vorerst weiter Wasser aus der Donau zum Kraftwerk geleitet und die Abschaltung so verzögert werden. Im Bemühen, den Flusslauf umzulenken, wurden unter anderem auch ein Fels gesprengt und vier mit Steinen beladene Kähne im Fluss versenkt. Die Kosten der Maßnahmen werden auf mehr als zwei Millionen Euro geschätzt.

Der Wasserstand der Donau ist unter anderem wegen geringer Niederschläge und mehrerer Hitzewellen auf historische Tiefstände gesunken. Experten zufolge verschärft der menschengemachte Klimawandel Dürren.

Auch das Nachbarland Ungarn ist betroffen. Der Betrieb des einzigen Atomkraftwerk Paks, das auch vom Donauwasser gekühlt wird, wurde Ende Juli gedrosselt.

In Deutschland stellt das Niedrigwasser vor allem am Rhein die Binnenschifffahrt vor große Probleme, da die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren oder sogar gar nicht mehr fahren können. Der Verband der Binnenschiffer erwartet, dass im Laufe dieser Woche der Rhein nicht mehr durchgängig befahrbar sein wird.

Weitere Meldungen

Schlüsselfertige Immobilie gesucht: Bundesbank beginnt Vergabeverfahren für Zentrale

Nach der Aufgabe ihrer teuren Umbaupläne hat die Bundesbank ein europaweites Vergabeverfahren für den Kauf eines neuen Standorts in Frankfurt gestartet. Ziel sei der "Erwerb

Mehr
Deutsche Bahn bietet Service-Mitarbeitenden an Bahnhöfen Ausrüstung mit Bodycams an

Angriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) treffen nicht nur das Sicherheitspersonal oder Zugbegleiter, sondern auch immer wieder Beschäftigte im

Mehr
Niedrigwasser: Binnenschiffer legen Drei-Punkte-Plan vor

Angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Auswirkungen des Niedrigwassers in den Flüssen hat der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) einen Drei-Punkte-Plan

Mehr

Top Meldungen

Wirtschaftsministerium sieht "robuste" Konjunkturentwicklung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach Einschätzung der Bundesregierung hat sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland zuletzt als "recht robust" erwiesen. Die deutsche

Mehr
Ifo: Geplante Einkommensteuerreform bringt kaum Impulse

München (dts Nachrichtenagentur) - Die geplante Einkommensteuerreform der Bundesregierung für 2027 wird nach Einschätzung des Ifo-Instituts kaum neue Wachstumsimpulse für die

Mehr
Autobahn GmbH verschiebt Bauarbeiten wegen Niedrigwasser

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Wegen des Niedrigwassers in deutschen Flüssen verschiebt die Autobahn GmbH geplante Baumaßnahmen. Man unternehme alles, um die Auswirkungen der

Mehr