Politik

Warken verteidigt Geheimdienstreform - Scharfe Kritik von Kubicki

  • AFP - 12. August 2026, 04:24 Uhr
Bild vergrößern: Warken verteidigt Geheimdienstreform - Scharfe Kritik von Kubicki
Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU)
Bild: AFP

Vor der geplanten Verabschiedung der Geheimdienstreform durch das Bundeskabinett hat Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU) die Pläne verteidigt und ihre Bedeutung betont. Es sei 'die umfangreichste und grundlegendste Reform der Nachrichtendienste'.

Vor der geplanten Verabschiedung der Geheimdienstreform durch das Bundeskabinett hat Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU) die Pläne verteidigt: "Das Kabinett legt an diesem Mittwoch den Grundstein für die umfangreichste und grundlegendste Reform der Nachrichtendienste seit ihrem Bestehen", sagte Warken der "Rheinischen Post". 

"Wir schauen nicht tatenlos zu, wie Einflussnahme, Sabotage und Bedrohungen gegen die Grundpfeiler unserer Verfassung und unserer freien Gesellschaft immer weiter zunehmen", führte die Kanzleramtschefin weiter aus. "Nur mit mehr Befugnissen und Maßnahmen auf Höhe der Zeit können unsere Dienste zielgerichtet gegen diese hybriden Angriffe vorgehen."

Das Kabinett will am Mittwoch ein mehr als 700 Seiten starkes Gesetzespaket beschließen, das eine deutliche Stärkung der Befugnisse des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) und des für das Ausland zuständigen Bundesnachrichtendienstes (BND) vorsieht. Dabei geht es nicht nur um die ausgeweitete Sammlung und Speicherung von Informationen und Daten, sondern auch um die Möglichkeit, Bedrohungen wie Sabotageakte oder Hackerangriffe künftig aktiv zu bekämpfen.

"In Zukunft kann der Bundesnachrichtendienst endlich auf Augenhöhe mit unseren Partnern agieren - zum Schutz unserer Sicherheit, unserer Werte und unserer Freiheit", sagte Warken.

Scharfe Kritik kam dagegen von FDP-Chef Wolfgang Kubicki, der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) einen "historischen Tabubruch" vorwarf. "Kaum vorstellbar, dass das Verfassungsgericht hier nicht eingreifen wird", sagte Kubicki der "Augsburger Allgemeinen". Die strikte Trennung zwischen Geheimdiensten und Polizei habe sehr gute und auch historische Gründe. 

"Ich will in Deutschland keine Geheimpolizei", sagte Kubicki. "Ich will volle gerichtliche Kontrolle bei Grundrechtseingriffen und einen Staat, der versteht, dass man Freiheit nicht verteidigt, indem man sie beschneidet." 

Weitere Meldungen

Trump bestätigt heimlichen Flugzeugwechsel bei Abflug von Nato-Gipfel in Ankara

US-Präsident Donald Trump hat Berichte bestätigt, dass er kurz vor dem Abflug vom Nato-Gipfel in Ankara auf dem Flughafen der türkischen Hauptstadt heimlich die Maschine

Mehr
Kabinett befasst sich mit Geheimdienstreform und Frühstartrente

Inmitten der parlamentarischen Sommerpause will das Bundeskabinett am Mittwoch eine Reihe wichtiger Reformvorhaben auf den Weg bringen (10.00 Uhr). Auf der Tagesordnung steht die

Mehr
Spitzenkandidaten stellen sich in Sachsen-Anhalt Fragen von Bürgern

Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stellen sich die Spitzenkandidaten von sieben Parteien am Mittwochabend im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) den Fragen von

Mehr

Top Meldungen

Bilger sieht keine Versorgungsengpässe durch Niedrigwasser

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sieht trotz der anhaltenden Niedrigwasserkrise keine Versorgungsengpässe. "Stand jetzt ist die

Mehr
Klingbeil: Frühstartrente für mehr Chancengleichheit

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die geplante Frühstartrente als Instrument für mehr Chancengleichheit bei der Altersvorsorge

Mehr
SPD-Generalsekretär verspricht klareres Profil

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat nach den Forderungen der Parteibasis nach einem Kurswechsel eine klarere Positionierung in Kernfragen

Mehr