Lifestyle

Steinmeier-Nachfolge: Frei offen für männlichen Bundespräsidenten

  • dts - 3. August 2026, 20:58 Uhr
Bild vergrößern: Steinmeier-Nachfolge: Frei offen für männlichen Bundespräsidenten
Thorsten Frei (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), hat der Forderung, dass das Amt des Bundespräsidenten dieses Mal zwingend von einer Frau besetzt werden müsse, eine Absage erteilt. "Aus meiner Sicht muss beides möglich sein", sagte er dem TV-Sender "Welt" am Montag.

"Es spricht sicherlich einiges dafür, dass das Amt auch einmal von einer Frau ausgeführt wird. Aber das sollte nichts Apodiktisches sein", sagte der CDU-Politiker. "Das sollte auch nicht dazu führen, dass jetzt die Hälfte der Bevölkerung automatisch ausgeschlossen ist. Sondern wir sollten da offen rangehen. Und ich bin ganz sicher, dass wir da einen klugen Vorschlag hören werden."

Frei warnte vor zu raschen Festlegungen bei der Nachfolge des Bundespräsidenten und warb für eine Entscheidung im Herbst. Erst nach den drei Landtagswahlen im September stehe die genaue Zusammensetzung der Bundesversammlung fest. "Ich finde, wir haben jetzt noch drei Landtagswahlen im September, in Sachsen-Anhalt, in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Wenn diese drei Wahlen rum sein werden am 20. September, dann weiß man, wie die Zusammensetzung der Bundesversammlung aussehen wird. Da muss man also auch, was die Mehrheitsverhältnisse anbelangt, nicht mehr spekulieren, sondern hat die endgültige Zuweisung der Sitzzahlen", so Frei. "Und dann kann man sich mit dieser Frage beschäftigen. Denn ich finde schon, man muss das immer auch aus Respekt vor dem derzeitigen Amtsinhaber tun."

Zu den Personaldebatten und dem Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder, der die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner ins Spiel gebracht hatte, mahnte der Unions-Fraktionschef zur Zurückhaltung. Die Parteivorsitzenden sollten die Argumente in Ruhe prüfen. "Nein, also ich glaube, da sollten die Parteivorsitzenden miteinander sprechen. Und mal die Für und Wider gegeneinander abwägen. Und dann bin ich ganz sicher, dass man einen Vorschlag haben wird, der ganz vieles berücksichtigt", so Frei. "Auch, dass in politisch turbulenten Zeiten dem Bundespräsidenten, möglicherweise der Bundespräsidentin, möglicherweise eine noch sehr viel entscheidendere Rolle zukommen kann, als Stabilitätsanker unserer Gesellschaft, der Demokratie als solcher. Und insofern glaube ich, macht es gar keinen Sinn, jetzt zu enge Leitplanken heute einzuziehen."

Weitere Meldungen

Bundeszentrale für politische Bildung will neue Prioritäten setzen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die nach dem Rückzug des bisherigen Präsidenten Sönke Rix seit voriger Woche führungslose Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) will

Mehr
Forsa: 43 Prozent für Kanzlerwechsel in der Union

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa zweifeln 51 Prozent der Deutschen daran, dass die Union bei den Wählern wieder mehr an

Mehr
Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye gestorben

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der frühere Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist tot. Er starb bereits am 30. Juli im Alter von 85 Jahren, wie das Bundespresseamt am Montag

Mehr

Top Meldungen

Wirtschaftsweiser gegen Aufschnüren des Rentenpakets

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Ökonom Martin Werding, Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung und der Rentenkommission, hat die Regierungskoalition davor

Mehr
Unionsfraktion erteilt Nachverhandlungen bei Rentenreform Absage

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nachdem drei Ministerpräsidenten CDU-geführter ostdeutscher Bundesländer vor einer Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63 gewarnt haben,

Mehr
AKW-Abschaltung: BMW senkt Energieverbrauch in Ungarn um 15 Prozent

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Abschaltung von Atomkraftwerken wegen Niedrigwasser in Ungarn und Rumänien beeinträchtigt auch die deutschen Autohersteller. Anders als

Mehr