Brennpunkte

Mehr als tausend Juristen fordern AfD-Verbotsverfahren

  • AFP - 3. August 2026, 11:14 Uhr
Bild vergrößern: Mehr als tausend Juristen fordern AfD-Verbotsverfahren
Neue Forderungen nach AfD-Verbot
Bild: AFP

Mehr als tausend Juristinnen und Juristen in Deutschland unterstützen die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens beim Bundesverfassungsgericht. Sie stützen sich auf ein Gutachten zur Verfassungsmäßigkeit der Partei.

Mehr als tausend Juristinnen und Juristen in Deutschland unterstützen die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens beim Bundesverfassungsgericht. Mindestens 1051 Anwälte,  Richter, Staatsanwälte, Juristen aus Verwaltung und Wirtschaft sowie Rechtsreferendare hätten einen entsprechenden offenen Brief an die Bundesregierung und die Abgeordneten des Bundestages unterzeichnet, teilte der Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) am Montag in Berlin mit. 

Der Brief von Mitte Juli war zunächst von mehr als 500 Juristinnen und Juristen unterzeichnet und veröffentlicht worden. Darin nimmt der RAV Bezug auf ein rechtswissenschaftliches Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF). Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass die Politik der AfD gegen das Menschenwürdeprinzip des Grundgesetzes und das Demokratieprinzip verstoße und damit verfassungswidrig sei.  

Bundestag und Bundesregierung seien nun erneut als politisch Verantwortliche aufgefordert, "unverzüglich die notwendigen Schritte für die Stellung eines Antrags an das Bundesverfassungsgericht in die Wege zu leiten mit dem Ziel, die Verfassungswidrigkeit der AfD feststellen zu lassen und damit ein Verbot der Partei zu bewirken", erklärte der RAV. Die Juristinnen und Juristen befürchteten andernfalls "einen ernsthaften Schaden für die Demokratie und die Bedrohung vieler Menschen, sollte es der AfD gelingen, ihre verfassungsfeindliche Politik in die Realität umzusetzen".

Die RAV-Vorsitzende und Mit-Initiatorin des offenen Briefs, Angela Furmaniak, erklärte, das Grundgesetz gebe "ein Instrument an die Hand, das nun endlich eingesetzt werden muss". Die Politik dürfe sich "nicht mehr hinter Scheinargumenten verstecken", sondern müsse "handeln, bevor es zu spät ist". 

Nach Artikel 21 Absatz 2 des Grundgesetzes sind Parteien als verfassungswidrig einzustufen, "die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden". Sie können durch das Bundesverfassungsgericht verboten werden.

Nur die Bundesregierung, der Bundestag oder der Bundesrat können einen Antrag für das Verbot einer bundesweit organisierten Partei beim Bundesverfassungsgericht stellen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die AfD als rechtsextremistischen Verdachtsfall. Einige Landesverbände werden als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

Weitere Meldungen

Mutmaßliches Tötungsdelikt in Rheinland-Pfalz: Verdächtiger in Untersuchungshaft

Wegen der mutmaßlichen Tötung eines Mannes in Rheinland-Pfalz ist ein 43-Jähriger in Untersuchungshaft genommen worden. Der zuständige Richter des Amtsgerichts Frankenthal

Mehr
Anklage gegen mutmaßlichen Gründer von weltweit führender Drogenhandelsplattform

Mehr als ein Jahr nach der Festnahme hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main Anklage gegen den mutmaßlichen Gründer einer der weltweit größten Handelsplattformen

Mehr
45-Jähriger soll Partnerin getötet haben - Festnahme in Nordrhein-Westfalen

In Euskirchen in Nordrhein-Westfalen soll ein 45-Jähriger seine Partnerin mit einem Messer getötet haben. Der Mann habe sich anschließend selbst verletzt und den Notruf

Mehr

Top Meldungen

Einzelhandelsumsatz im Juni niedriger

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der Umsatz der Einzelhandelsunternehmen in Deutschland ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juni 2026

Mehr
Ifo-Institut: Geschäftsklima im Einzelhandel leicht verbessert

München (dts Nachrichtenagentur) - Das Ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel ist im Juli auf -28,7 Punkte gestiegen, nach -32,4 Punkten im Juni. Die Unternehmen beurteilten ihre

Mehr
Rettig: Infantino verursacht irreparablen Vertrauensverlust

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Das Verhältnis zwischen dem Fifa-Präsidenten Gianni Infantino und dem Deutschen Fußballbund ist schwer beschädigt. Im "Stern"

Mehr