Brennpunkte

Berlin: AfD-Politiker hat kein Recht auf Einstellung im gehobenen Beamtendienst

  • AFP - 15. Juni 2026, 13:53 Uhr
Bild vergrößern: Berlin: AfD-Politiker hat kein Recht auf Einstellung im gehobenen Beamtendienst
AfD-Logo
Bild: AFP

Ein Kommunalpolitiker der AfD hat einem aktuellen Gerichtsbeschluss zufolge keine Recht auf Zulassung zum gehobenen Dienst der Kriminalpolizei. Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilschutzverfahren, wie eine Sprecherin mitteilte.

Ein Kommunalpolitiker der AfD hat trotz einer vorläufigen Einstellungszusage keinen Rechtsanspruch auf Zulassung zum gehobenen Dienst der Kriminalpolizei. Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilschutzverfahren, wie eine Sprecherin am Montag mitteilte. Beantragt hatte das Verfahren ein Berliner Polizist, der nebenberuflich AfD-Fraktionsvorsitzender in einer Brandenburger Gemeindevertretung war. 

Der Antragsteller war seit 2011 Polizeivollzugsbeamter in Berlin und hatte sich für eine Zulassung zum Studium für den gehobenen Dienst der Kriminalpolizei beworben. Dieses sollte am 1. April 2026 beginnen. 

Nachdem er im November 2025 eine vorläufige Einstellungszusage bekommen hatte, ließ er sich im Vertrauen darauf aus seinem bisherigen Beamtenverhältnis entlassen. Als dann jedoch seine Tätigkeit als AfD-Fraktionsvorsitzender bekannt wurde, hob das Land Berlin im März 2026 die Zusage und damit die Aufnahme in das Beamtenverhältnis auf Widerruf des gehobenen Dienstes auf. Als Grund nannte es laut Gericht "Zweifel an der charakterlichen Eignung". 

Der Polizist legte daraufhin sein Mandat in der Gemeindevertretung nieder und suchte um Eilrechtsschutz nach. Er gab unter anderem an, die Entwicklungen der AfD Brandenburg, die seit 2020 vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall geführt und seit 2025 als gesichert rechtsextreme Bestrebung eingestuft wird, nicht in ihrer Tragweite erkannt zu haben. 

Das Verwaltungsgericht wies den Antrag mit Verweis auf die begründeten Zweifel an der Verfassungstreue des Polizisten zurück. Der Antragsteller sei Mitglied der AfD und organisatorisch in den Landesverband eingegliedert, so die Argumentation. Dass er bei der Kommunalwahl als Kandidat angetreten sei und AfD-Fraktionsvorsitzender wurde, zeige seine inhaltliche Identifikation mit den Zielen der Partei. 

Er habe auch nicht glaubhaft dargelegt, dass er sich aus eigener Überzeugung vollständig von seiner Partei und deren Zielen distanziert habe, so das Gericht. Die Niederlegung seines Mandats habe er mit der Einstufung der AfD als rechtsextrem begründet. Diese sei aber bereits ein Jahr zuvor erfolgt, was ihm auch bekannt gewesen sein musste. 

Der Beschluss wurde am Donnerstag gefällt. Dagegen kann Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden. 

Weitere Meldungen

14 Verletzte nach Feuer in Hamburger Hotel

Bei einem Brand in einem Hotel im Hamburger Stadtteil St. Georg sind 14 Menschen verletzt worden, einer davon schwer. Feuerwehr und Rettungsdienst waren in der Nacht zum Sonntag

Mehr
Islamabad: Pakistanische Delegation für US-iranische Gespräche in der Schweiz angekommen

Die Delegation des Vermittlerstaates Pakistan ist für die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA in der Schweiz eingetroffen. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif und

Mehr
DRK-Präsident kritisiert mangelnden Zivilschutz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Hermann Gröhe, sieht Deutschland im Zivil- und Bevölkerungsschutz nicht ausreichend vorbereitet.

Mehr

Top Meldungen

Italo-Chef erwartet 40 Prozent niedrigere Bahnpreise

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der italienische Fernzugbetreiber Italo erwartet nach einem Einstieg in Deutschland deutlich sinkende Preise im Zugverkehr. Der

Mehr
Umfrage: 42 Prozent der Deutschen sparen nicht fürs Alter

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland legt nach eigenen Angaben privat kein Geld für das Alter zurück. In einer Befragung des

Mehr
Rentenkommission plant Rente mit 70 und Kapitalrente

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Rentenkommission will die Rente mit 70 einführen und das Rentenniveau durch eine neue Kapitalrente auf 50 Prozent anheben. Das berichtet die

Mehr