Brennpunkte

Mélenchon hält Nato für "nutzlos"

  • dts - 13. Juni 2026, 05:22 Uhr
Bild vergrößern: Mélenchon hält Nato für nutzlos
Nato-Hauptquartier (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Paris (dts Nachrichtenagentur) - Frankreichs linker Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon hält das nordatlantische Bündnis für überflüssig. "Die Nato ist nutzlos", sagte der Präsidentschaftskandidat der linkspopulistischen Partei La France insoumise der "Welt am Sonntag". Die Nato diene "nur dazu, uns in Kriege hineinzuziehen, die nicht die unseren sind", so Mélenchon, der nach Umfragen der stärkste linke Konkurrent des rechten Rassemblement National von Marine Le Pen ist.

Alle hätten beschlossen, sich bis an die Zähne zu bewaffnen, angeblich wegen der russischen Bedrohung. Aber wer glaube denn daran, dass die Russen in Deutschland, Frankreich oder Belgien einmarschieren, fragte Mélenchon. Er wendet sich auch gegen Deutschlands Führungsanspruch in Europa. "Deutschland kann sich Arroganz nicht mehr erlauben." Die Bundesrepublik erlebe im dritten Jahr in Folge eine Rezession. "Wo ist er hin, der Klassenbeste, der alles besser machte, der wusste, wo es langgeht, und uns Lektionen erteilt hat?", so Mélenchon.

Der Präsidentschaftskandidat erklärte zudem, er sei Marxist und habe eine materialistische Analyse: Frankreich sei durch 40 Jahre Neoliberalismus zerstört worden. Die bürgerliche Mitte sei heute eine leere Hülse. Die USA hätten mit den Zöllen und dem Ende des Freihandels den Neoliberalismus beerdigt. Die Konservativen könnten nichts anderes anbieten als Angst vor Muslimen, Arabern und Schwarzen. Und die Sozialdemokraten hätten den Zug verpasst, als sie den Vertrag von Lissabon und dessen neoliberale Regeln akzeptiert hätten.

Zur Finanzierung seines Programms, vor allem der Rente ab 60, sagte Mélenchon, das Problem sei nicht Geldmangel, sondern die Art und Weise, wie die Wirtschaft organisiert sei. Alles sei eine Frage der Verteilung. Den kolossalen Schuldenberg, den der nächste Präsident erben werde, wolle er durch eine andere Steuerpolitik in den Griff bekommen. "Wir werden diejenigen zur Kasse bitten, die nicht zahlen", sagte er.

Weitere Meldungen

Indonesien will letztes Borneo-Nashorn einfangen und künstlich befurchten

Indonesische Tierschützer wollen das letzte noch in freier Wildbahn lebende Borneo-Nashorn einfangen, um die Art durch künstliche Befruchtung vor dem Aussterben zu retten. Dem

Mehr
Großeinsatz mit Drohnen: Drei Monate alter Säugling in Baden-Württemberg vermisst

Mit Drohnen und einem Polizeihubschrauber sucht die Polizei in Baden-Württemberg nach einem drei Monate alten Säugling. Der kleine Junge verschwand in der Nacht zum Freitag in

Mehr
Gespräche zwischen USA und Iran in der Schweiz verschoben

Bürgenstock (dts Nachrichtenagentur) - Die für Freitag geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran im Schweizer Bergresort Bürgenstock sind verschoben worden. Das

Mehr

Top Meldungen

Erzeugerpreise im Mai deutlich gestiegen

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind im Mai 2026 um 2,2 Prozent höher gewesen als im Mai 2025. Einen höheren Anstieg gegenüber dem

Mehr
Außenhandelsvolumen trotz Anstieg weiter unter Vor-Corona-Niveau

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Im April 2026 sind mengenmäßig 4,8 Prozent mehr Waren aus Deutschland exportiert und 2,8 Prozent mehr Waren nach Deutschland importiert

Mehr
SoVD will Stabilität der Rente als Ziel für Reform

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Kurz bevor die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission am 23. Juni ihre Empfehlungen zur Reform der Rentensysteme vorlegen soll,

Mehr