Gesundheit

WHO: Ebola-Ausbruch weitet sich auf neue Gebiete im Nordosten des Kongo aus

  • AFP - 12. Juni 2026, 17:38 Uhr
Bild vergrößern: WHO: Ebola-Ausbruch weitet sich auf neue Gebiete im Nordosten des Kongo aus
Freiwillige Helfer in Bunia im Kongo
Bild: AFP

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo weitet sich nach Angaben der WHO auf neue Gebiete im Nordosten des Landes aus. Das wahre Ausmaß des Ausbruchs sei 'deutlich größer als das, was derzeit erfasst wird'.

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo weitet sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf neue Gebiete im Nordosten des Landes aus. "Der Ausbruch wächst weiter, sowohl in Bezug auf die Fallzahlen als auch auf die geografische Ausdehnung", sagte der Leiter der Epidemiologie und Analytik der WHO, Olivier le Polain, am Freitag vor Journalisten in Genf. Das wahre Ausmaß des Ausbruchs sei "deutlich größer als das, was derzeit erfasst wird".

Le Polain zufolge reicht zudem die derzeitige Kapazität von 250 Isolationsbetten in den betroffenen Provinzen "gemessen daran, wohin sich die epidemiologische Lage entwickelt", nicht aus.

Die WHO hatte wegen der Ebola-Epidemie Mitte Mai eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen - ihre zweithöchste Alarmstufe. Das Zentrum der Epidemie ist die Demokratische Republik Kongo, wo inzwischen 676 Infektionsfälle bestätigt wurden, darunter 136 Todesfälle. Das benachbarte Uganda verzeichnete 19 Infektionsfälle, fast alle bei eingereisten kongolesischen Staatsangehörigen. Zwei der Infizierten starben. Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union teilte am Donnerstag mit, die Lage in Uganda sei unter Kontrolle.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnte derweil vor einem wahrscheinlichen Anstieg der Fälle bei Kindern in den kommenden Wochen durch Übertragungen innerhalb von Haushalten. In der kongolesischen Provinz Ituri, dem Zentrum des Ausbruchs, seien mehr als die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren chronisch mangelernährt, erklärte der globale Einsatzleiter von Unicef für Ebola, Douglas Noble. "Diese Kinder sind bereits sehr verletzlich", sagte er vor Journalisten in Genf.

Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten, die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen. Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Virus verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie.

Weitere Meldungen

Zweiter mit Ebola infizierter US-Bürger wird in Frankfurt behandelt

Knapp zwei Monate nach der Ankunft eines ersten US-Ebola-Patienten aus der Demokratischen Republik Kongo ist ein zweiter nach Deutschland gebracht worden. Der Patient wurde nach

Mehr
DAK-Umfrage: Fast jeder Dritte leidet unter Beschwerden durch extreme Hitze

Fast jeder dritte Mensch in Deutschland leidet unter gesundheitlichen Beschwerden infolge extremer Hitze. Am häufigsten treten Symptome wie Müdigkeit, Schlafprobleme,

Mehr
Berichte: Geldstrafen und Suspendierungen in der Türkei wegen Kaiserschnitten

Nach der Ausführung von womöglich unnötigen Kaiserschnitten sind in der Türkei laut einem Medienbericht mehr als 100 im Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe arbeitende

Mehr

Top Meldungen

Umfrage: Mehrheit für höhere Tabaksteuer

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich für eine Erhöhung der Tabakpreise aus. Das berichtet der "Stern" unter Berufung auf eine Forsa-Umfrage

Mehr
Bundesdrogenbeauftragter Streeck befürwortet höhere Tabaksteuer

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck (CDU), hat sich für eine höhere Tabaksteuer ausgesprochen.

Mehr
SPD-Politikerin Moll: Tabaksteuer bringt Raucher nicht zum Aufhören

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die SPD-Gesundheitspolitikerin Claudia Moll hält die geplante Erhöhung der Tabaksteuer für nachvollziehbar, bezweifelt aber, dass sie viele

Mehr