Politik

Papst Leo XIV.: Waffen können keinen "echten und dauerhaften Frieden" schaffen

  • AFP - 8. Juni 2026, 13:17 Uhr
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Papst Leo XIV. im spanischen Parlament
Bild: AFP

Papst Leo XIV. hat inmitten des Wiederaufflammens des Iran-Kriegs zu Frieden aufgerufen. Waffen könnten 'niemals einen echten und dauerhaften Frieden schaffen', sagte der Papst vor dem spanischen Parlament.

Papst Leo XIV. hat inmitten des Wiederaufflammens des Iran-Kriegs und weiterer kriegerischer Konflikte zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. Waffen könnten "niemals einen echten und dauerhaften Frieden schaffen", sagte der Papst am Montag in einer Rede vor dem spanischen Parlament in Madrid. Staaten müssten Differenzen auf "friedlichen Wegen" beilegen, "die das Völkerrecht bereitstellt".

"Jeder Krieg stellt letztlich eine schmerzhafte Niederlage der Fähigkeit zu Verhandeln und des gemeinsamen Gewissens der Menschheit dar", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche weiter. Für Frieden seien "diplomatischer Mut, ethische Verantwortung" und Respekt vor der Identität jedes Volkes nötig. Frieden sei ein "wahrhaftes moralisches Gebot".

Der Papst zeigte sich auch besorgt über die Aufrüstung in vielen Regionen einschließlich Europa. Dies sei eine Reaktion auf die schwierige internationale Lage; echte Sicherheit könne aber nur durch Gerechtigkeit, "geduldigen Dialog" und eine Achtung des Völkerrechts entstehen.

Leo XIV. hat sich immer wieder für eine friedliche Beilegung von Konflikten stark gemacht. Für seine Kritik am Iran-Krieg wurde der in Chicago geborene Papst wiederholt von US-Präsident Donald Trump attackiert.

In seiner Rede vor dem spanischen Parlament am dritten Tag seiner einwöchigen Spanien-Reise ging der Papst am Montag auch auf ein weiteres Thema ein, bei dem er mit Trump über Kreuz liegt: Er forderte internationale Anstrengungen zur Unterstützung von Flüchtlingen und sprach vom "tragischen Migrationsdrama". 

"Keine Nation kann eine Herausforderung dieser Größenordnung alleine bewältigen", sagte der Pontifex. "Deswegen ist eine koordinierte, solidarische und wirksame Antwort notwendig." Für Flüchtlinge müssten "Schutz, Aufnahme und echte Integrationsmöglichkeiten" geschaffen werden.

Das Thema Flüchtlinge und Migration ist in Spanien - wie in vielen anderen Ländern auch - umstritten. Die Linksregierung von Regierungschef Pedro Sánchez macht sich für eine Unterstützung von Migranten stark, die konservative Opposition fordert einen strikteren Kurs. Die radikal rechte Partei Vox spricht gar von einer "Invasion".

Papst Leo XIV. wird am Donnerstag und Freitag die Kanarischen Inseln besuchen. Die Inselgruppe im Atlantik ist ein Anziehungspunkt für Flüchtlinge aus Afrika. Bei der gefährlichen Überfahrt gibt es immer wieder viele Todesopfer. Allein für das vergangene Jahr meldete die Internationale Organisation für Migration auf dieser Flüchtlingsroute mehr als 1170 Tote oder Vermisste.

Leo XIV. hatte am Montag zunächst Regierungschef Sánchez getroffen, danach sprach er vor dem spanischen Parlament. Es war die erste Rede eines Papstes vor dem Parlament des Landes. Die Abgeordneten und Senatoren spendeten dem Papst nach seiner halbstündige Rede stehend Beifall. Spanien ist eine historische Bastion des Katholizismus in Europa, auch wenn die Zahl der Katholiken in den vergangenen Jahrzehnten stark geschrumpft ist.

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