Brennpunkte

Anklage gegen mutmaßliche PKK-Funktionäre in Dresden

  • AFP - 3. Juni 2026, 11:40 Uhr
Bild vergrößern: Anklage gegen mutmaßliche PKK-Funktionäre in Dresden
PKK-Demonstration im französischen Straßburg im Februar
Bild: AFP

In Dresden sind zwei mutmaßliche Funktionäre der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) angeklagt worden. Der Hauptverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Über die Zulassung der Anklage entscheidet das Oberlandesgericht.

In Dresden sind zwei mutmaßliche Funktionäre der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) angeklagt worden. Der Hauptverdächtige wurde im November festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft, wie die Generalstaatsanwaltschaft in Sachsens Landeshauptstadt am Mittwoch mitteilte. Der 54-Jährige soll unter anderem eine Bestrafungsaktion angeordnet haben, bei der ein Mann mit einem Messer verletzt wurde.

Der türkische Staatsbürger soll zwischen 2015 und 2025 verschiedene PKK-Gebiete in Deutschland geleitet haben. Seit Sommer 2025 soll er außerdem als sogenannter Sektorleiter für norddeutsche Bundesländer fungiert haben. Unter anderem habe er Spenden eingetrieben und Propagandaveranstaltungen organisiert, führten die Ermittler aus.

2017 soll er eine Bestrafungsaktion in Berlin angeordnet haben. Ein unbekannt gebliebener Täter verletzte damals einen Mann mit einem Messerstich in den Rücken.

Ein zweiter Angeschuldigter, 46 Jahre alt, soll zwischen 2015 und 2018 Stellvertreter des 54-Jährigen für das PKK-Gebiet Sachsen gewesen sein und selbst den Raum Dresden für die Partei verantwortet haben. Ein 53-Jähriger soll zusammen mit dem 54-Jährigen die Bestrafungsaktion organisiert und darüber hinaus Spenden verwahrt und weitergegeben haben.

Er soll sich wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland vor Gericht verantworten, die beiden anderen Männer wegen des Vorwurfs der PKK-Mitgliedschaft. Den beiden älteren Verdächtigen wird außerdem Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung vorgeworfen. Über die Zulassung der Anklage und einen möglichen Gerichtsprozess entscheidet nun das Dresdner Oberlandesgericht.

Die PKK hatte im Mai vergangenen Jahres ihre Auflösung bekannt gegeben und ihren jahrzehntelangen bewaffneten Kampf für die Rechte der Kurden für beendet erklärt. Sie folgte damit einem Aufruf des seit 1999 wegen Hochverrats in der Türkei inhaftierten PKK-Gründers Abdullah Öcalan. Bei Kämpfen zwischen der PKK und der türkischen Armee waren seit 1984 mindestens 50.000 Menschen getötet worden.

Weitere Meldungen

Branchenblatt: Sean Penn dreht Film über Erstürmung des Kapitols

Der dreifache Oscar-Gewinner Sean Penn will Medienberichten zufolge einen Film über die gewaltsame Erstürmung des Kapitols in Washington am 6. Januar 2021 drehen. Das

Mehr
Tausende Berliner Mieter haben wohl unbekannte Schutzrechte

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Berliner Senat hält außergewöhnliche Mieterschutzrechte für 2.767 Wohnungen entlang der denkmalgeschützten Karl-Marx-Allee weiterhin

Mehr
Bundesregierung bereitet Marine-Einsatz in Straße von Hormus vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung will handlungsfähig sein, sollte der geplante internationale Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus rasch

Mehr

Top Meldungen

Paritätischer fordert Ende von Beamten-Sonderrechten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der aktuellen Debatte um die Finanzierbarkeit des Sozialstaates fordert der Sozialexperte Joachim Rock ein Ende der Sonderstellung von

Mehr
Linke fordert Einbeziehung aller Berufe in Rentenversicherung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Kurz vor der geplanten Veröffentlichung des Berichts der Rentenkommission fordert der Linken-Bundestagsabgeordnete und Kandidat für den

Mehr
CDU-Wirtschaftsrat fordert Abschaffung von Grundrente

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, Wolfgang Steiger, hat die Abschaffung mehrerer rentenpolitischer Leistungen gefordert und eine

Mehr