Politik

Trump widerspricht iranischen Angaben zu ausgesetzten Verhandlungen

  • AFP - 1. Juni 2026, 20:25 Uhr
Bild vergrößern: Trump widerspricht iranischen Angaben zu ausgesetzten Verhandlungen
Donald Trump
Bild: AFP

US-Präsident Donald Trump hat Angaben aus dem Iran widersprochen, die Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Golfregion seien ausgesetzt. 'Die Gespräche mit der Islamischen Republik Iran gehen in raschem Tempo weiter', erklärte Trump.

US-Präsident Donald Trump hat Angaben aus dem Iran widersprochen, die Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Golfregion seien ausgesetzt. "Die Gespräche mit der Islamischen Republik Iran gehen in raschem Tempo weiter", schrieb Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Israel und die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon hätten ihm zudem ein Ende der gegenseitigen Angriffe zugesagt.

Der Iran hatte den vorläufigen Stopp der Gespräche mit den USA nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim mit den "anhaltenden Verbrechen" Israels im Libanon begründet. "Das iranische Verhandlungsteam setzt daher den Dialog und den Austausch von Mitteilungen über Vermittler aus", berichtete Tasnim. 

Zur Bedingung für weitere Gespräche mit den USA machte der Iran laut Tasnim die "sofortige Einstellung" der israelischen Armeeeinsätze im Gazastreifen und im Libanon. Zudem müsse die israelische Armee sich aus den Gebieten zurückziehen, die sie im Libanon besetzt habe, hieß es.

Trump schrieb dazu, er habe den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und die Hisbollah zu einer Deeskalation bewegt. Es würden "keine (israelischen) Truppen nach Beirut entsandt, und alle Truppen, die bereits unterwegs sind, wurden bereits zurückbeordert", schrieb Trump nach einem "sehr produktiven" Telefonat mit Netanjahu. 

"Zudem hatte ich über hochrangige Vertreter ein sehr gutes Gespräch mit der Hisbollah", schrieb Trump weiter. "Sie haben zugestimmt, dass alle Schusswechsel eingestellt werden – dass Israel sie nicht angreifen wird und sie Israel nicht angreifen werden".

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Die von Teheran finanzierte und militärisch wie politisch aus dem Iran unterstützte Hisbollah-Miliz greift seither israelische Stellungen an, Israel attackiert Ziele im Libanon aus der Luft und rückt zudem mit Bodentruppen weiter vor. Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit Mitte April offiziell eine Waffenruhe, die von der Hisbollah allerdings nicht anerkannt wird.

Mittlerweile ist die israelische Armee weiter in den Süden des Libanon vorgedrungen als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Ende ihrer Besetzung des Gebiets im Jahr 2000. Am Montag veröffentlichte die Armee einen Evakuierungsaufruf für einen südlichen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Seit dem 8. April gilt eine Feuerpause. Gespräche über ein Ende des Krieges brachten bislang keinen Durchbruch, obwohl Trump mehrfach von einer bevorstehenden Einigung sprach - zuletzt am Freitag.

Weitere Meldungen

"New York Times"-Chef wirft KI-Firmen "dreisten Diebstahl" geistigen Eigentums vor

Der Herausgeber der US-Tageszeitung "New York Times", Arthur Gregg Sulzberger, hat scharfe Kritik an Tech-Unternehmen geübt, die Anwendungen für Künstliche Intelligenz (KI) mit

Mehr
Familienministerin Prien würdigt "außergewöhnliche Leistungen" von Pflegeeltern

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat das Engagement von Pflegeeltern gewürdigt. Sie leisteten "jeden Tag Außergewöhnliches", sagte sie der "Rheinischen Post"

Mehr
Ende der "Nickeligkeiten": Kubicki will keinen Zoff mehr mit Strack-Zimmermann

Der neu gewählte FDP-Chef Wolfgang Kubicki will den öffentlichen Streit mit seiner Kontrahentin Marie-Agnes Strack-Zimmermann entschärfen. Bei einem Treffen am Montag in Berlin

Mehr

Top Meldungen

Chemieagenda: Bund ist optimistisch - Industrie warnt

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat am Montag Vertreter aus Chemieindustrie, Ländern, Gewerkschaften und Verbänden zu einem

Mehr
VÖB-Präsident sieht Chancen bei Commerzbank-Übernahme

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Die öffentlichen Banken in Deutschland sehen sich als Profiteur einer möglichen Übernahme der Commerzbank durch den italienischen

Mehr
Wohnungswirtschaft warnt vor Minusrekord am Bau

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Spitzenverband der deutschen Wohnungswirtschaft schlägt Alarm: Deutschland droht in diesem Jahr ein weiterer Minusrekord am Bau.

Mehr