Politik

Kubicki will FDP zur Partei der Wirtschaftsreformen machen

  • AFP - 27. Mai 2026, 14:18 Uhr
Bild vergrößern: Kubicki will FDP zur Partei der Wirtschaftsreformen machen
Logo der FDP
Bild: AFP

Der designierte FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki und NRW-Landeschef Henning Höne fordern einen grundlegenden Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik. Deutschland stecke in einer 'historischen wirtschaftspolitischen Krise'.

Der designierte FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki und NRW-Landeschef Henning Höne fordern einen grundlegenden Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik. Deutschland stecke in einer "historischen wirtschaftspolitischen Krise" und benötige einen "wirtschaftspolitischen Befreiungsschlag", schreiben die beiden in einem gemeinsamen Beitrag für das "Handelsblatt". Zwar liege die Wirtschaftsflaute auch an globalen Krisen - allerdings seien "Dauer und Heftigkeit vieler Belastungen auch Folge innenpolitischer Entscheidungen", kritisieren sie.

Kubicki soll beim FDP-Bundesparteitag am Samstag zum neuen FDP-Vorsitzenden gewählt werden. Höne, der zunächst ebenfalls FDP-Chef werden wollte, strebt einen Stellvertreterposten an.

Zentral zur Belebung der Wirtschaft sei mehr Wettbewerbsfähigkeit, schreiben die beiden FDP-Politiker. Deutschland müsse "den Anspruch haben, das unbürokratischste Land Europas zu werden und europäische Entbürokratisierung aktiv voranzutreiben". Konkret fordern Kubicki und Höne, das Tariftreuegesetz und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz auszusetzen. Beim Arbeitszeitgesetz brauche es "deutlich mehr Flexibilität". Zudem sollten Geschäfte selbst entscheiden können, ob sie sonntags und feiertags öffnen wollen.

In der Energiepolitik verlangen die FDP-Politiker, Deutschland müsse sich von "energiepolitischen Lebenslügen" befreien. Energie müsse "bedarfsgerecht, unkompliziert und kostengünstig verfügbar" sein. Die "fortgesetzte Tabuisierung der Kernkraft" werde Deutschland klima- wie wirtschaftspolitisch schaden. 

Die Belebung der Wirtschaft ist auch das Kernthema des Leitantrags, den der Bundesparteitag am Wochenende auf Antrag des FDP-Vorstands beschließen soll. Die Forderungen der FDP sehen unter anderem vor, den linear-progressiven Steuertarif durch einen Vier-Stufen-Tarif zu ersetzen - mit den Tarifstufen 15, 25, 35 und 42 Prozent. Damit solle der "leistungsfeindlichen Mittelstandsbauch im Steuertarif" abgeschafft werden, heißt es in dem Entwurf, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. In einem ersten Schritt solle die Nettoentlastung bei rund 25 Milliarden Euro liegen.

Die FDP will zudem den Rechtsanspruch auf Teilzeit auf "sozial besonders schutzwürdige Fälle" wie Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder berufsbegleitende Weiterbildung beschränken. Bei der gesetzlichen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sollen zwei Karenztage eingeführt werden - das heißt, die Lohnfortzahlung soll in den ersten beiden Tagen einer Krankmeldung eingeschränkt werden. Die Krankenkassen sollen die Möglichkeit erhalten, Arbeitnehmern eine freiwillige zusätzliche Absicherung für Karenztage anzubieten.

Zum Abbau der Bürokratie sollten in einem ersten Schritt die zehn bundesrechtlichen Vorschriften "mit dem höchsten Erfüllungsaufwand" bis 2030 vollständig abgeschafft werden. Der öffentliche Sektor solle "auf ein vernünftiges Maß zurückgefahren" werden, indem in den kommenden fünf Jahren mindestens 100 der über 900 Bundesbehörden abgeschafft oder zusammengelegt werden.

Weitere Meldungen

SPD in Mecklenburg-Vorpommern wählt Schwesig erneut zu Spitzenkandidatin

Gut drei Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die SPD ihre Landesliste aufgestellt und ein Wahlprogramm verabschiedet. Die Landesvertreterversammlung in

Mehr
FDP in Schleswig-Holstein kürt Landeschef Vogt zu Spitzenkandidat

Rund zehn Monate vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat die FDP ihren Landeschef Christopher Vogt zum Spitzenkandidaten gekürt. Ein Parteitag wählte den 42-Jährigen am

Mehr
SPD-Fraktionschef Ott ist Spitzenkandidat für Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen

Der Chef der SPD-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen, Jochen Ott, führt seine Partei als Spitzenkandidat in die Landtagswahl im kommenden Jahr. Der 52-Jährige wurde am

Mehr

Top Meldungen

Offenbar tiefe Gräben bei Reformgipfel im Kanzleramt

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Arbeitgeber und Gewerkschaften sind offenbar mit diametralen Positionen in den Reformgipfel am vergangenen Mittwoch im Bundeskanzleramt gegangen.

Mehr
Warken will private Pflegevorsorge steuerlich fördern

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) spricht sich für eine stärkere Förderung der privaten Pflegevorsorge aus. Ziel müsse es sein,

Mehr
Bericht: Kanadisches Konsortium will Uniper-Anteile kaufen

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Im Verkaufsprozess um den Düsseldorfer Energiekonzern Uniper hat sich offenbar ein Konsortium zweier finanzstarker Unternehmen aus Kanada

Mehr