Politik

Einfacherer Sozialstaat: Regierung startet Expertenrunde und plant Sozialportal

  • AFP - 20. Mai 2026, 15:40 Uhr
Bild vergrößern: Einfacherer Sozialstaat: Regierung startet Expertenrunde und plant Sozialportal
Computerserver
Bild: AFP

Einfachere Anträge und ein schnellerer digitaler Zugang zu Sozialleistungen: Die Bundesregierung will den Sozialstaat durch 'konsequente Digitalisierung' moderner machen. Dazu nahm ein Expertengremium seine Arbeit auf.

Einfachere Anträge und ein schnellerer digitaler Zugang zu Sozialleistungen: Die Bundesregierung will den Sozialstaat durch eine "konsequente Digitalisierung" der Leistungen moderner machen. Dazu startete am Mittwoch ein Expertengremium unter dem Motto "Digitalisierung Sozialstaatsreform", das sich unter anderem mit der Umsetzung eines zentralen digitalen Sozialportals beschäftigen soll. Dort sollen Antrag und Verwaltung sämtlicher Sozialleistungen gebündelt werden.

Was "am meisten nervt" bei Anträgen sei, dass Bürgerinnen und Bürger "ihre Daten mehrfach eingeben müssen, dass es lange Verfahren sind, dass sie kompliziert sind, dass manchmal mehrere Rückfragen stattfinden, dass mehrere Formulare ausgefüllt werden sollen", sagte Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) in Berlin. Das solle nun gebündelt und digitaler werden.

"Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger nur noch einmal ihre Daten dem Staat geben", fuhr Bas fort. Danach könne mit diesen Daten gearbeitet werden, unabhängig davon, welche Behörde für die Leistungen zuständig sei. Bis Ende dieses Jahres werde eine Roadmap für das Portal erstellt, bis Ende 2027 dann die nötige Gesetzgebung der Bundesregierung abgeschlossen. Das Expertengremium soll begleitend dazu bis Ende 2027 jeden Monat tagen.

Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) ergänzte, es gehe dabei nicht nur um die Perspektive der Bürgerinnen und Bürger, sondern auch um die Mitarbeitenden in den Behörden. "Auch deren Arbeit soll leichter werden." Letztlich sollten sie wieder mehr Zeit haben, sich um die Bürgerinnen und Bürger zu kümmern.

Mit dem Gremium, das die Digitalisierung der Arbeits- und Sozialverwaltung vorantreiben soll, wird eine der Empfehlungen umgesetzt, die die Kommission für eine Reform des Sozialstaats abgegeben hat. Ihm gehören neben Vertretern des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Digitalministeriums auch die Bundesagentur für Arbeit, die Länder Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Bremen sowie die drei kommunalen Spitzenverbände an.

Weitere Meldungen

Trump-Gesandter wirbt in Grönland für Unabhängigkeit der Arktisinsel

Bei seinem Besuch in Grönland hat der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump für eine Unabhängigkeit der zu Dänemark gehörenden Arktisinsel geworben. "Ich glaube, es

Mehr
Drohnenalarm in Litauen: Bevölkerung und Staatsspitze in Vilnius müssen Schutz suchen

Wegen eines Drohnenalarms im litauischen Vilnius ist erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine in der Hauptstadt eines EU- und Nato-Staats eine

Mehr
Polen und Ungarn wollen in Brüssel enger zusammenarbeiten - Magyar zu Besuch in Warschau

Nach dem Regierungswechsel in Budapest wollen Polen und Ungarn auf europäischer Ebene enger zusammenarbeiten. Beim Antrittsbesuch des pro-europäischen ungarischen

Mehr

Top Meldungen

Preis für Super E10 wieder über zwei Euro

München (dts Nachrichtenagentur) - Der Preis für Super E10 hat erneut die Marke von zwei Euro je Liter überschritten. Laut einer aktuellen Auswertung des ADAC kostet ein Liter

Mehr
IEA rechnet mit 30 Prozent E-Autos an 2026 verkauften Neuwagen

Der weltweite Anteil von E-Autos steigt weiter und könnte nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur 2026 auf 30 Prozent aller verkauften Autos steigen. Im Jahr 2025

Mehr
Bundesfinanzhof: Grundsteuer in Baden-Württemberg ist verfassungsgemäß

Die neue Grundsteuer in Baden-Württemberg ist verfassungsgemäß: Der Bundesfinanzhof (BFH) in München teilte am Mittwoch mit, er halte die Vorschriften des Landessteuergesetzes

Mehr