Technologie

Ermittlungen gegen Musk und X: Frankreich setzt Untersuchungsrichter ein

  • AFP - 7. Mai 2026, 19:57 Uhr
Bild vergrößern: Ermittlungen gegen Musk und X: Frankreich setzt Untersuchungsrichter ein
Elon Musk
Bild: AFP

In den Ermittlungen gegen den US-Tech-Milliardär Elon Musk wegen wegen kinderpornografischer Darstellungen in seinem Onlinedienst X haben die französischen Justizbehörden einen Untersuchungsrichter ernannt.

In den Ermittlungen gegen den US-Tech-Milliardär Elon Musk wegen kinderpornografischer Darstellungen in seinem Onlinedienst X haben die französischen Justizbehörden einen Untersuchungsrichter ernannt. Der Richter soll insbesondere den Verdacht der Beihilfe bei der Verbreitung der Darstellungen prüfen, teilte die Staatsanwaltschaft von Paris am Donnerstag mit. Im April hatte sich Musk geweigert, zu einer freiwilligen Anhörung in Frankreich zu erscheinen.   

Dass Musk, der auch Chef der Unternehmen Tesla und SpaceX ist, nicht zu dem Termin erscheinen war, sei "kein Hindernis für die Fortsetzung der Ermittlungen", erklärte der sozialistische Abgeordnete Arthur Delaporte, der an der Strafanzeige gegen X beteiligt gewesen war. Delaporte lobte "die Arbeit der Ermittler und Richter in diesem komplexen und heiklen Fall".

"Wenn Plattformen unsere Regeln auf unserem Staatsgebiet nicht anwenden wollen, laufen sie Gefahr, sanktioniert und schließlich gesperrt zu werden", sagte Eric Bothorel, Abgeordneter der Partei Renaissance. 

Musk sowie die ehemalige X-Chefin Linda Yaccarino stehen in ihrer Eigenschaft als Betreiber der Plattform X zum Zeitpunkt der Ereignisse im Fokus der Ermittlungen.

Frankreich hatte im Januar 2025 Ermittlungen in dem Fall eingeleitet. Bei den Vorwürfen geht es unter anderem um den KI-Chatbot Grok, mit dessen Hilfe pornografische Bilder von realen Menschen erstellt werden können - auch kinderpornografische Darstellungen. X hat die Funktion nach eigenen Angaben mittlerweile eingeschränkt. 

Die polizeilichen Ermittlungen in Frankreich umfassen nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem Vorwürfe der Beihilfe zum Besitz kinderpornographischer Darstellungen, der Verletzung des Rechts am eigenen Bild, der Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und des Datendiebstahls. Die Untersuchungen gehen auf Beschwerden über den X-Algorithmus im Januar 2025 zurück. Sie wurden seitdem auf weitere Vorwürfe ausgeweitet, etwa die Verbreitung von Holocaust-Leugnung und sexuellen Deepfake-Inhalten über Grok und X.

Mitte März hatte der US-Milliardär französische Richter im Zusammenhang mit den Ermittlungen als "geistig zurückgeblieben" bezeichnet. Kurz zuvor waren Büros des Onlinedienstes in Paris durchsucht worden.

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat bereits Ermittlungen gegen Telegram, Tiktok sowie die Streaming-Plattform Kick eingeleitet.

Weitere Meldungen

Datenschützer fordern Ausstieg aus EU-Datenabkommen mit den USA

Die österreichische Datenschutzorganisation Noyb um den Aktivisten Max Schrems hat die EU-Kommission aufgefordert, aus dem Datenschutzabkommen mit den USA auszutreten. Der

Mehr
Studie: Rechenzentren noch klimaschädlicher als gedacht

Rechenzentren sind einer Untersuchung zufolge noch klimaschädlicher als gedacht. Die Klimawirkung der digitalen Infrastruktur sei bislang unterschätzt worden, erklärte der

Mehr
Frankreichs Parlament verabschiedet Werbeverbot für Wegwerfmode

In Frankreich soll Werbung für Wegwerf-Mode künftig verboten sein. Das Parlament verabschiedete am Montag endgültig einen entsprechenden Gesetzesvorschlag, der sich allerdings

Mehr

Top Meldungen

Bundesbank warnt vor Risiken von KI für Finanzstabilität

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Bundesbankvorständin Fritzi Köhler-Geib warnt wegen des Einsatzes von KI-Modellen vor möglichen Risiken für die globale

Mehr
Bericht: VW prüft Verkauf von China-Modellen in Europa

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Volkswagen prüft offenbar erstmals konkret, in China entwickelte Modelle der Marke VW auch in Europa anzubieten. Wie das "Handelsblatt"

Mehr
Kartellamt verspricht genaue Beobachtung von Spritpreisen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Bundeskartellamt will die Entwicklung der Spritpreise nach dem Auslaufen des Tankrabatts genau beobachten. "Wir versprechen, dass wir ganz

Mehr