Die nepalesischen Behörden haben ein konsequentes Vorgehen gegen Versicherungsbetrug mit überflüssigen Berg-Rettungsaktionen im Himalaya angekündigt. Betrügerische Praktiken würden konsequent untersucht und verfolgt, sagte ein Sprecher des Tourismusministeriums am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Laut Polizei waren Bergsteiger in einigen Fällen mit ungenießbarem Essen absichtlich krankgemacht worden, um sie anschließend per Hubschrauber ausfliegen zu können. Teilnehmer von Trekking-Touren seien zudem genötigt worden, selbst bei harmlosen Gesundheitsproblemen einer Flugrettung zuzustimmen.
Den Ermittlern zufolge hatten mehrere Trekking-Veranstalter in den vergangenen Jahren mit betrügerischen Evakuierungseinsätzen illegal Versicherungsgelder eingestrichen. In einem Fall sind 32 Verdächtige wegen mutmaßlichen Betrugs im Umfang von umgerechnet rund 17 Millionen Euro angeklagt. Laut der Polizei rechneten die Betrüger Rettungsflüge zur Evakuierung von Bergsteigern aus abgelegenen Gebieten mehrfach ab - Flugunternehmen erhielten damit für den gleichen und eigentlich unnötigen Rettungsflug mehrmals Geld.Â
Das Tourismusministerium kündigte eine "Null-Toleranz-Politik" an. Dazu gehöre, dass die Namen von Betrügern öffentlich gemacht und Betrügereien verfolgt würden. Eine Arbeitsgruppe aus Polizei, Tourismusbehörden und Flugaufsichtsbehörden werde künftig regelmäßig Kontrollen vornehmen. Trekking-Anbieter und Bergführer dürften zudem ausschließlich mit Lizenz arbeiten.
Bereits 2018 waren bei einer Untersuchung 15 Unternehmen identifiziert worden, die an Betrügereien mit Bergrettungseinsätzen beteiligt waren. Gegen sie wurde damals jedoch nicht vorgegangen, so dass sie weiter im Geschäft blieben.
In Nepal liegen acht der zehn höchsten Berge der Welt, darunter der Mount Everest. Alljährlich ziehen die Gipfel tausende Bergsteiger aus aller Welt an. Viele von ihnen sind auf schwer zugänglichen Hochgebirgsrouten unterwegs, wo Rettungsaktionen schwierig und sehr teuer sind.
Brennpunkte
Nepal kündigt Vorgehen gegen Betrug bei Trekking-Touren an
- AFP - 7. April 2026, 11:51 Uhr
Die nepalesischen Behörden haben ein konsequentes Vorgehen gegen Versicherungsbetrug mit überflüssigen Berg-Rettungsaktionen im Himalaya angekündigt. Laut Polizei waren Bergsteiger teilweise absichtlich krankgemacht worden, um sie ausfliegen zu können.
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